Island
Whale Watching Zentrum Húsavík
Cetacea.de [Feature]
Wale, Delfine und Menschen
Doch zurück zum Jahr 2001. Das Walzentrum arbeitete eng mit dem lokalen Whale-Watching-Anbieter Norður Sigling zusammen. Jeden Tag fuhren Mitarbeiter des Museums mit, um Fotos von den Rückenflossen der Zwergwale und den Fluken der Buckelwale zu machen. Diese so genannten ID-Fotos dienen der Identifizierung der einzelnen Tiere, ähnlich wie ein Fingerabdruck. Die Fotos werden vom Meeresbiologischen Institut in Reykjavik ausgewertet, um Informationen über die Wanderwege der Tiere zu erhalten. Das Fotoschießen war eine äußerst beliebte Aufgabe bei den Mitarbeitern des Museums, mir war sie jedoch wegen schwerer Seekrankheit leider nicht vergönnt. So hörte ich immer nur von den Erlebnissen bei den Ausfahrten: von der Weißschnauzendelfinmama, neben der unbeholfen ihr Sprössling umherplantschte, von dem Zwergwal, der sich neugierig dem Boot näherte oder dem Buckelwal, der erst seine Schnauze, dann seine lange, weiße Flosse und schließlich seine Fluke in ganzer Größe dem begeisterten Publikum zeigte. Als dann auch noch eine kleine Gruppe Blauwale mit Baby vorbeikam, konnten diejenigen, die dabei waren, ihr Glück kaum fassen. Natürlich waren nicht jeden Tag solch spektakuläre Begebenheiten zu verzeichnen. Meist waren nur
fressende Zwergwale und/oder herumtollende Weißschnauzendelfine zu beobachten.
Doch die Arbeit im Museum mit den Menschen verschiedenster Nationalitäten war nicht minder interessant und es gibt viele Geschichten und Anekdoten zu berichten, wie zum Beispiel von dem osteuropäischen Touristen, der unbedingt einen Souvenir aus echtem Wal kaufen wollte. Es war ziemlich schwierig, ihm klar zu machen, dass es erstens verboten und zweitens gerade nicht das Ziel des Museums ist, Walprodukte feilzubieten. Oder die japanische Reisegruppe, die uns über den Wert des ausgestellten, 60 cm langen Narwalzahns (der Zahn des Narwals kann bis zu 3 Meter Länge erreichen) aufklärte: Auf dem Schwarzmarkt würde so ein als Potenzmittel geschätzter Zahn das Äquivalent eines Eigenheims kosten. Übrigens statteten während der Zeit meines Aufenthalts Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast, der deutsche und der britische Botschafter in Island, die isländischen Minister für Fischerei und Tourismus sowie einige andere VIPs dem Museum einen Besuch ab.
Fazit: Ein einzigartiger Sommer mit vielen schönen und spannenden Eindrücken.
Verweise
Cetacea.de (2001):
The Húsavík Whale Centre. Informationen zu den ausgestellten Wal-Skeletten. (von Corina Gericke)
GERICKE, C. (2001):
Walbeobachtung statt Walfang
»tierrechte« Dezember 2001
GERICKE, C. (2002):
Húsavík - Hauptstadt der Walbeobachter
http://www.husavik.de
HOYT, E. (2001):
Whale Watching 2001 (PDF, 1,5 MB): Worldwide tourism numbers, expenditures, and expanding socioeconomic benefits. International Fund for Animal Welfare, Yarmouth Port, MA, USA.
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| Quelle: HOYT, E. (2001). |
