Buchbesprechung: Arktischer Walfang unter den Flaggen Bremens, Oldenburgs oder Hannovers

von | cetacea.de | Essen | 19. August 2013

Wer sich mit der deutschen Walfanggeschichte beschäftigt, der weiß natürlich, dass zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert aus vielen deutschen Städten Walfänger in den Norden zogen. In einem Buch von Bernhard Ahlers geht es um die „arktische Fischerei, wie sie von der Weser aus betrieben wurde“. Im Februar 1911 war Ahlers im heutigen Bremen-Nord Mitbegründer … Weiterlesen

Ausstellung „Wale – Riesen der Meere“ ab 21.09. in Münster

von | lwl | Münster | 21. September 2012

Nach langer und aufwendiger Vorbereitung eröffnet das LWL-Museum Münster die Sonderausstellung „Wale – Riesen der Meere“. Es handelt sich nach eigenen Angaben um die größte Wal-Ausstellung Deutschlands.

Einstimmungssaal: Tauchen mit den Walen. Foto: LWL/Oblonczyk

Nachdem die große und im Braunschweiger Naturhistorischen Museum sehr erfolgreiche Walausstellung „Wunderbare Wale“ im März endgültig die Pforten geschlossen hatte, zieht das LWL Museum für Naturkunde die Walfreunde nun nach Münster. Ab dem 21. September zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Sonderausstellung „Wale – Riesen der Meere“. Mit der deutschlandweit größten Ausstellung und Themenvielfalt zu diesen Meeressäugern illustrieren rund 900 Exponate ihren Lebensraum, Evolution, Anatomie, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Walfang und Schutz.

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64. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Panama City, 2. – 6. Juli 2012: Zusammenfassung und Ergebnisse

von JOHANNES ALBERS | cetacea.de | Essen | 6. Juli 2012

30 Jahre nach dem IWC-Beschluss von 1982 über das weltweite Aussetzen des kommerziellen Walfangs (Moratorium), wäre es an der Zeit, mit Nachdruck anderen Umweltgefahren zu begegnen, denen Wale zunehmend ausgesetzt sind. Doch gemäß einem üblichen IWC-Turnus rückten dieses Jahr wieder Fangquoten in den Fokus, nämlich für den Eingeborenen-Walfang. 62 Nationen waren auf der Konferenz in Panama vertreten. Die Leitung hatte der Schweizer IWC-Vorsitzende Bruno Mainini.

Keine Fangquoten für Grönland

Grönland, Autor: Connormah, CC-BY-SA 2.0

Eingeborenen-Subsistenzwalfang soll der Selbstversorgung indigener Völker dienen und ist von dem weltweiten Walfang-Moratorium nicht betroffen: Die IWC vergibt Quoten. In Dänemarks Übersee-Territorium Grönland werden aber viele Erzeugnisse des Eingeborenen-Walfangs in Restaurants und Hotels an Touristen verkauft. Das sind deutlich kommerzielle Elemente. Sie verwischen zunehmend die Grenze zwischen Eingeborenen- und kommerziellem Walfang. So wird der Eingeborenen-Walfang zu einem Hebel, das Moratorium auszuhöhlen und kommerzielle Waljagd wieder hoffähig zu machen.

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Walfang – der Streit zwischen den Nationen geht weiter

von | vTI | Braunschweig | 9. Januar 2012

Noch immer sind die Fronten in der Internationalen Walfangkommission verhärtet / Aktueller Artikel schildert Hintergründe

Abbildung der Seite 1 des Berichts Wale unter Beschuss
Karl-Hermann Kock: Wale unter Beschuss

Auch in diesem Jahr werden im Südpolarmeer wieder mehrere hundert Zwergwale gejagt und erbeutet werden. Japan reklamiert für sich eine Fangquote von bis zu 850 Tieren. Dazu könnten auch wieder einige Finnwale kommen. Deklariert als „wissenschaftlicher Fang“, nutzt das Land eine Art Ausnahmegenehmigung, die in dem 1982 international vereinbarten Moratorium zum Stopp des kommerziellen Walfangs vorgesehen war. Seit Jahren tobt in dem zuständigen Gremium, der Internationalen Walfangkommission (IWC), ein erbitterter Streit zwischen den Vertretern der Walfang befürwortenden Nationen wie Japan und den ablehnenden Ländern, zu denen auch Deutschland zählt.

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63. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in St. Helier (Kanalinsel Jersey), 11. – 14. Juli 2011: Überblick und Ergebnisse

von | cetacea.de | Essen | 15. Juli 2011

Die IWC zählt 89 Mitgliedsstaaten. Zu Konferenzbeginn auf der britischen Kanalinsel Jersey hatten aber 21 Länder noch nicht ihren Beitrag gezahlt und deshalb kein Stimmrecht. Das ist vor allem eine Folge der japanischen Meereskatastrophe vom 11. März und ihrer nuklearen Auswirkung. Denn Japan hat kein Geld mehr übrig, um die IWC-Beiträge für arme Entwicklungsländer zu zahlen, die dafür zugunsten von Japans Walfanginteressen abstimmen müssen. Deshalb verschoben sich die Gewichte innerhalb der IWC dieses Jahr deutlich in Richtung Walschutz.

von JOHANNES ALBERS

Verbesserte Transparenz

Der größte Erfolg der Tagung auf Jersey ist die Annahme einer Vorlage zur Verbesserung der Transparenz in der IWC. Damit müssen Mitgliedsstaaten nun ihre Beitragszahlungen über ein offizielles Regierungskonto leisten. Es können nicht mehr vor Ort Briefumschläge mit Geldscheinen die Hände wechseln. Damit wird der Stimmenkauf, wie von Japan bekannt, künftig erschwert.

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Klaus Barthelmeß (4.9.1955 – 6.2.2011)

von JOHANNES ALBERS | cetacea.de | Wittmund | 22. Februar 2011

Vor wenigen Tagen haben wir vom frühen Tod von Klaus Barthelmeß erfahren. Der Historiker Klaus Barthelmeß war die Kapazität in Fragen der Geschichte des Walfangs. Auch wenn unsere Einschätzungen zum aktuellen Walfang kaum unterschiedlicher sein konnten, haben wir seine kompetenten walfanggeschichtlichen Beiträge sehr geschätzt und auch gerne auf Cetacea.de veröffentlicht. Johannes Albers hat einen Nachruf auf Klaus Barthelmeß verfasst.

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Delphinmassaker im Fernsehen

von | cetacea.de | Wittmund | 11. September 2010

Nur ein Jahr nach der Kinoveröffentlichung wird der Oscar prämierte Dokumentarfilm „Die Bucht“ im deutschen Fernsehen gezeigt. Der Film beschreibt den Delphinfang vor Taiji, das brutale Töten der Tiere und die Gewinnung von Delphinen für die Delphinarienindustrie.

Der private Fernsehsender Vox zeigt heute am 11. September um 20.15 Uhr den Dokumentarfilm „Die Bucht“ von Regisseur Louie Psihoyos. Der Film entstand unter Einsatz von „James Bond“-Methoden mit versteckten und ferngelenkten Kameras (Cetacea.de berichtete).

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62. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Agadir (Marokko), 21. – 25. Juni 2010: Schwerpunkte und Ergebnisse

von | cetacea.de | Essen | 27. Juni 2010

Das seit 1986 weltweit gültige IWC-Moratorium für kommerziellen Walfang bleibt weiterhin aufrecht, aber im Eingeborenen-Subsistenzwalfang erhält Grönland nun das Recht zur Jagd auf Buckelwale. Damit gibt es in Agadir einen wichtigen Sieg für die Walschützer und einen für die Walfänger.

von JOHANNES ALBERS

Abtauchender Buckelwal vor Grönland
Buckelwal vor Grönland auf Tauchgang, © Ludovic Hirlimann

Verhandlung über den „Deal“

Die IWC konnte sich nicht auf einen zweifelhaften Kompromissvorschlag einigen, der die Gegensätze zwischen Walfang- und Walschutzländern überbrücken sollte. Dieser sogenannte „Deal“ hätte das bisherige Unterlaufen des Moratoriums durch Japan, Norwegen und Island für 10 Jahre in offizielle IWC-Quoten umgewandelt, und das Moratorium damit de facto aufgehoben. Nach Agadir will die IWC mit ihren 88 Mitgliedsstaaten nun eine Verschnaufpause einlegen und 2011 weiter verhandeln.

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Schlüsselrolle für die EU: Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) steht bevor

von | cetacea.de | Essen | 14. Juni 2010

Vom 21. bis zum 25. Juni trifft sich die Internationale Walfangkommission (IWC) zu ihrer Jahrestagung in Agadir, Marokko. Im Zentrum des Interesses stehen zwei Themen, ein umfassendes und ein spezielles: Generell steht die Zukunft des Walfangmoratoriums von 1986 auf dem Spiel, das durch einen Kompromiss zwischen Walschutz- und Walfang-Bestrebungen ausgehebelt zu werden droht. Ein spezielles Thema ist der Antrag Dänemarks, die Jagd auf Buckelwale in Grönland zu erlauben. Sie soll im Rahmen des Eingeborenen-Subsistenzwalfangs stattfinden, der nicht dem Moratorium unterliegt.

von JOHANNES ALBERS

Kompromissvorschlag der IWC zum Walfangmoratorium

Walfang

Eine „kleine Arbeitsgruppe“ der IWC hat den Kompromissvorschlag entwickelt, der in Agadir zur Entscheidung steht und von Naturschützern heftig kritisiert wird. Dieser „Deal“ soll für die nächsten 10 Jahre gelten und will die Fangaktivitäten unter die Kontrolle der IWC bringen, die bisher unter Umgehung des Moratoriums von den Walfangländern in Eigenregie betrieben werden: Japan nutzt eine Statutenklausel für „wissenschaftlichen“ Walfang aus, Norwegen und Island machen von einem Einspruchsrecht Gebrauch und gehen trotz Moratoriums ganz offen auf kommerzielle Waljagd.

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Wie man 1881 einen Blauwal für’s Museum fing

von | cetacea.de | Wittmund | 17. Februar 2010

Es ging schon recht martialisch zu in den alten Tagen. Wer liest, wie das Blauwalskelett seinen Weg in die Ausstellung des Zoologischen Museums der Universität Kiel genommen hat, der stolpert über Szenen, die heute brutal und zivilisationsfern anmuten. Trotzdem handelt es sich bei der Beschreibung des damaligen Kieler Zoologie-Professors Karl August Möbius um ein aufschlussreiches Zeitdokument. Cetacea.de hat in den Archiven gegraben und präsentiert zur Neueröffnung der Walausstellung im Zoologischen Museum der Universität Kiel den Vortrag „Ueber einen bei Sylt gestrandeten Blauwal“.

„Am 26. Juni 1881 bemerkten die Leute des Zollkreuzers ‚List‘ zwischen den Inseln Sylt und Föhr einen langen, dunkeln Gegenstand. Es schien ihnen ein gestrandetes Boot zu sein. Als sie aber näher kamen, erkannten sie, dass es ein lebendiger Wallfisch war, der nicht weiter schwimmen konnte, weil er mit dem Bauche auf eine Sandbank, den sogenannten Linsand, gerathen war. Da das Meer gerade ebbte, als er sich festschwamm, so ragte sein Körper nach und nach immer höher über das Wasser.“

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