Nicht nur freundlich: Große Tümmler attackieren Schweinswale in der Ostsee

Büsum, 21. Januar 2017 (itaw)

Seit 2015 wurden in der dänischen und deutschen Ostsee vier Große Tümmler (Tursiops truncatus) registriert. Die Delfine hielten sich einzeln oder paarweise in der Bucht bzw. in den Förden von Fredericia, Flensburg, Eckernförde, Kiel und im Großen Belt auf. Dort erregten sie großes Interesse und einige Menschen versuchten mit den Delfinen zu schwimmen. „Das ist jedoch keinesfalls ungefährlich“, sagt Professorin Dr. Ursula Siebert, Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), „die marinen Säugetiere können Träger von Infektionen sein, die auf den Menschen übertragbar sind. Außerdem können sie sich anderen Lebewesen gegenüber aggressiv verhalten – wie die Attacken auf Schweinswale zeigen.“

Große Tümmler attackierten in der Ostsee die dort heimischen Schweinswale; Foto: Palle Gram

Wie bereits in den 90-iger Jahren in Schottland beobachtet, attackierten Delfine auch in der Ostsee die dort heimischen Schweinswale. Mehrere Beobachter berichteten von solchen Vorkommnissen. Die Attacken kamen meist von männlichen Tieren. Aus Schottland gibt es mehrere Theorien, warum Delfine Schweinswale attackieren und töten. Professor Dr. Magnus Wahlberg vom Marine Biology Research Centre der Universität Süddänemark in Kerteminde erläutert: „Bei den Delfinen handelt es sich meistens um Männchen, die gegenüber Schweinswalen ein aggressives Verhalten zeigen und diese wahrscheinlich mit eigenen Jungtieren verwechseln.“

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Tierschutz auf hoher See

Hamburg, 18. Januar 2017 (hsu)

Mit einer Weiterentwicklung des passiv-akustischen Monitorings (PAM) ist es Wissenschaftlern der Helmut-Schmidt-Universität erstmals gelungen, Anzahl und Art verschiedener Meeressäuger unter Wasser in Echtzeit zu bestimmen.

„Damit könnten beispielsweise Besatzungen von Fischtrawlern jederzeit beobachten, wie sich Wale oder Delfine in ihrer Umgebung bewegen und sie so gezielt umgehen“, sagt Carlos de Obaldía (30), Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Allgemeine Nachrichtentechnik. Auch in stark frequentierten Wasserstraßen wären Meeressäuger mit dieser Technik weitaus besser geschützt. Notwendig sind dazu neben einem Hydrophon lediglich ein digitaler Hochfrequenz-Empfänger (softwaredefiniertes Radio, SDR) und eine frei verfügbare Software.

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Akustisches Warngerät PAL schützt Schweinswale vor Stellnetzen

Rostock, 28. Dezember 2016 (thünen)

Immer wieder kommt es vor, dass sich Schweinswale in der Ostsee in Stellnetzen von Fischern verfangen und ertrinken. Ein neues Warngerät hat jetzt nach mehrjährigen Versuchsreihen sehr vielversprechende Ergebnisse geliefert: Die Schweinswal-Beifänge ließen sich in der westlichen Ostsee mithilfe dieses Geräts um mehr als 80 % verringern. Im Dezember 2016 stellte das Entwicklungs- und Erprobungsteam der Firma F3 (Heikendorf) gemeinsam mit TB Conrad (Schwedeneck) und dem Thünen-Institut für Ostseefischerei (Rostock) die Ergebnisse im Schleswig-Holsteinischen Umweltministerium (MELUR) in Kiel vor.

Schweinswal nähert sich einem Netz. Foto: Boris Culik

Das Problem: Schweinswale müssen als Meeressäuger regelmäßig zum Atmen an die Wasseroberfläche kommen. Weil sie Stellnetze mit ihrem akustischen Orientierungssinn oft nicht rechtzeitig wahrnehmen, können sie sich darin verfangen und ertrinken dann. Insgesamt sollte diese Todesursache nicht mehr als maximal 1 % der Population betreffen, um den langfristigen Erhalt der Art nicht zu gefährden. Nach verschiedenen Schätzungen sterben jedoch zwischen 1,8 und 18 % der Tiere auf diese Weise.

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66. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Portoroz (Slowenien), 24. – 28. Oktober 2016: Ergebnisse und Kommentare

Essen, 29. Oktober 2016 (cetacea.de)

Das Ringen zwischen Walschützern und Walfängern war dieses Jahr mit besonderer Symbolkraft geladen, da die IWC ein doppeltes Jubiläum feierte: Vor 70 Jahren entstand die Internationale Konvention zur Regulierung des Walfangs (ICRW), als deren Organ die IWC fungiert. Seit 30 Jahren hat die IWC kommerziellen Walfang durch ein weltweites Moratorium vorläufig verboten. Heute sind 89 IWC-Mitgliedsländer unterschiedlicher Meinung, welchen Kurs die Walpolitik weiter nehmen soll.
Von JOHANNES ALBERS

Walschutzgebiet Südatlantik

Der Antrag auf ein Schutzgebiet zwischen der Antarktis und dem Äquator konnte sich wie in früheren Jahren nicht durchsetzen. Er hätte eine Dreiviertelmehrheit gebraucht, bekam aber nur 38 Ja-Stimmen bei 24 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen. Die übrigen Länder nahmen nicht an der Abstimmung teil. Alle in der IWC vertretenen Anrainerstaaten des beantragten Gebietes waren dafür. Widerstand kam aus karibischen und afrikanischen Staaten, die für ihre Pro-Walfang-Position Geld aus Japan erhalten.

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IWC Tagung: Walschutz aus der Sackgasse führen

Hamburg, 19. Oktober 2016 (wwf)

30 Jahre Walfangmoratorium der IWC/ WWF fordert Walschutzgebiet im Südatlantik. Die morgen beginnende Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) muss endlich die Schlupflöcher für pseudowissenschaftlichen Walfang in den IWC- Regularien schließen und sich stattdessen für den Schutz von Walen stark machen. Dies fordert der WWF zum Auftakt der Konferenz in Slowenien.

Keine Rechtfertigung für „wissenschaftlichen“ Walfang

„Waljagd ist völlig aus der Zeit gefallen. Nach 30 Jahren Walfangmoratorium muss endlich auch der Deckmantel des wissenschaftlichen Walfangs eingemottet werden. Es gibt keine Rechtfertigung für tödliche Waljagd im Namen der Wissenschaft, deshalb darf es auch keine weiteren Sondergenehmigungen dafür geben“, fordert Stephan Lutter, Meeresschutzexperte des WWF. Japan hat seinen pseudowissenschaftlichen Walfang im Südpolarmeer trotz eines Verbots des Internationalen Gerichtshofes und einer IWC-Resolution unter einem minimal veränderten „Forschungsprogramm“ wieder aufgenommen und in der Saison 2015/16 dort 333 Minkwale erlegt. Der WWF fordert die IWC auch auf, die von Japan neu beantragte Sondergenehmigung für Waljagd in eigenen Küstengewässern abzulehnen. „Die IWC darf nicht noch neue Schlupflöcher und Sonderformen des Walfangs schaffen“, so Lutter weiter.

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Schweinswale voraus! Fotoausstellung in Wilhelmshaven

Wilhelmshaven, 11. Oktober 2016 (JadeWale)

Fotoausstellung der „JadeWale“ in der Nordseepassage vom 17.10. bis zum 6.11.2016

In jedem Frühjahr wird Wilhelmshavens „Südküste“ zur Bühne für ein faszinierendes Naturschauspiel: Zwischen Molenfeuer und Banter Fischerdorf sind Schweinswale auf Beutezug unterwegs und zeigen sich dabei immer wieder an der Wasseroberfläche. Spaziergänger können mit etwas Glück und Geduld direkt vom Strand oder der Hafenkante aus die kleinen Wale sehen, die manchmal nur wenige Meter entfernt auftauchen.

Schweinswal am Fliegerdeich. Foto: M. Hillmann

Schweinswal am Fliegerdeich. Foto: M. Hillmann

In diesem Frühjahr waren die Schweinswale vor allem am Nassauhafen besonders präsent und brachten bald eine Gruppe von Menschen zusammen, die sich fast täglich dort trafen, um die Tiere zu beobachten und die Sichtungen fotografisch zu dokumentieren. Mit einer Fotoausstellung in der Nordseepassage wollen die „JadeWale“ – Michael Hillmann, Carena Friedrichsen, Kurt Bernert, Reinhild Tönnießen und Imke Zwoch – nun auch andere mit ihrer Begeisterung für die kleinen Wale „vor unserer Haustür“ anstecken, aber auch für deren Verletzlichkeit und Schutzwürdigkeit sensibilisieren.

Ausstellungseröffnung am 17. Oktober

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Zwergwale und Riesenhaie in der deutschen Nordsee gesichtet

Bonn/Insel Vilm, 23. Juni 2016 (BfN)

Seltene Beobachtungen sind im Juni im Rahmen des deutschen Meeresmonitorings in der Nordsee gelungen: Im deutschen Natura 2000-Schutzgebiet Doggerbank wurden zwei Zwergwale beobachtet, nahe des Schutzgebiets Sylter Außenriff wurde ein Riesenhai gesichtet. „Die vermehrten Sichtungen unterstreichen die Bedeutung der Natura 2000-Schutzgebiete, insbesondere der Doggerbank, in der deutschen Nordsee und auch international“, sagt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

Sichtungen von Zwergwalen und Riesenhaien in der deutschen Nordsee. Quelle: Bundesamt für Naturschutz

Sichtungen von Zwergwalen und Riesenhaien in der deutschen Nordsee. Quelle: Bundesamt für Naturschutz

Im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) erheben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungs- und Technologiezentrums Westküste (FTZ) der Universität Kiel regelmäßig die Seevogelvorkommen und das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover die Schweinswal-Vorkommen in der deutschen Nord- und Ostsee. Anfang Juni war das FTZ zur Erfassung der Seevogelvorkommen während der Brutzeit im äußersten Nordwesten der deutschen Nordsee, dem sogenannten Entenschnabel, unterwegs. Hier wurden schon in den vergangenen Jahren immer wieder vereinzelt Zwergwale gesichtet.

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JadeWale besuchen SOS–Dolfijn in Harderwijk

Wilhelmshaven, 3. Juni 2016 (MicHi)

Seit März 2016 gibt es die Facebook-Gruppe JadeWale, in der die Mitglieder Bilder und Sichtungsbeschreibungen von Schweinswalen im Jadebusen austauschen. Nachdem Mitglieder dieser Gruppe an der vergeblichen Rettung eines gestrandeten Schweinswals beteiligt waren hat diese Gruppe das Rehabilitationszentrum von SOS-Dolfijn in Harderwijk besucht und hinter die Kulissen geschaut.
Lesen Sie hier den Bericht von MICHAEL HILLMANN.

Klingt fast wie die Ankündigung zu einem Eishockey-Spiel, ist aber etwas ganz Anderes. JADEWALE ist eine Facebook-Gruppe, die vor rund zwei Monaten gegründet wurde. Hier soll allen Interessierten die Möglichkeit gegeben werden, Wildtierbeobachtungen und Fotos von Wildtieren von rund um den Jadebusen mit anderen zu teilen. Und gerade im Frühjahr bieten uns die Schweinswale ja fantastische Motive.

Schweinswal am Fliegerdeich

Schweinswal am Fliegerdeich. Foto: Michael Hillmann

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