Monatsarchiv für Juli 2008

Schweinswale im Fehmarnbelt gefährdet

Berlin/München/Quickborn, 25. Juli 2008 (NABU, GRD, GSM)

Baugrunduntersuchung gefährdet das Meeresschutzgebiet „Fehmarnbelt“. Meeressäugetiere und ihr Nachwuchs werden aus ihrem Lebensraum vertrieben.

NABU, GRD und GSM protestieren scharf gegen die geplante vierwöchige Baugrunduntersuchung in einem ca. 40 Quadratkilometer großen Korridor zwischen den Inseln Fehmarn (D) und Lolland (DK). Wissenschaftler des dänischen Umweltforschungsinstituts NERI haben das Gebiet um den Fehmarnbelt erst vor kurzem als ganzjährig wichtigen Schweinswal-Lebensraum identifiziert. Der Belt ist demnach eines der drei wichtigsten Schweinswalgebiete in Deutschland und erfüllt zudem eine zentrale Korridorfunktion zwischen den im Bestand stark zurückgehenden westlichen und dem fast ausgestorbenen östlichen Schweinswalvorkommen. Wird das Gebiet über einen langen Zeitraum erheblich mit Lärm belastet, geraten junge Schweinswalkälber in Gefahr. (weiterlesen…)

Das Krähennest meldet: Wale gesichtet am 24. Juli 2008

Wittmund, 24. Juli 2008 (cetacea.de)

Cetacea.de Krähennest - Nachrichten über Wale und DelfineBei einem kleinen Flukenschlag durch’s Internet am 24. Juli 2008 haben wir folgende Nachrichten über Wale und Delfine gefunden.

Am kommenden Dienstag soll der 315 Tonnen schwere und 55 Meter lange Gründungspfahl der Forschungsplattform FINO 3 etwa 80 km vor der Insel Sylt installiert werden. Wenn das Wetter die Seemontage zulässt, soll der Pfahl 30 Meter tief in den Meeresboden gerammt werden. Die Rammung wird etwa sechs Stunden dauern. Zum Schutz der hörempfindlichen Meeresumwelt werden Schallschutzmaßnahmen installiert. Taucher legen in einem Radius von 70 Metern um die Gründungsposition zwei Rohre, aus denen später während des Rammvorgangs durch unzählige kleine Löcher Luftblasen entweichen. Dieser doppelte Luftblasenschleier wird die Schallemissionen der Rammung deutlich dämpfen und so helfen, negative Auswirkungen auf die Meeresumwelt zu vermeiden. Gleichzeitig wird das Verhalten der Schweinswale durch umfangreiche Monitoringmaßnahmen beobachtet, beteiligt daran sind Schiffe, Flugzeuge sowie sogenannten Klickdetektoren. Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite www.fino3.de

Internationale Nachrichten
Nach einer Geburt stoßen weibliche Große Tümmler zehnmal mehr Pfiffe aus als normalerweise. Damit helfen sie ihren Neugeborenen den mütterlichen Signaturpfiff zu lernen und die Mutter akustisch zu erkennen (BBC).
FRIPP, D. and P. TYACK (2008):
Postpartum whistle production in bottlenose dolphins
Marine Mammal Science 24 (3): 479-502

Vor der australischen Küste wurde ein zweiter weißer Buckelwal gesichtet. Es gibt Vermutungen, dass es sich bei dem Tier um ein Kalb von Migaloo handelt. Der weiße Buckelwal Migaloo (Aboriginal für “weißer Kumpel”) erfreut seit einigen Jahren die Australier. Ihm ist es auch zu verdanken, dass Australien so heftig gegen den geplanten Buckelwalfang der Japaner protestierte, dass diese die Pläne erstmal auf Eis gelegt haben. (BBC)

Eine Welle der Verwunderung ist durch Großbritannien gezogen, nachdem im Garten zweier Matrosen ein toter Delphin oder Schweinswal gefunden wurde. Die beiden wohnen in Dorset etwa 800 Meter von der Küste entfernt. Der kleine Wal – mit 90 cm Länge offensichtlich ein Jungtier – wies Stichverletzungen auf (oder war’s der offene Nabel?). Die britische Polizei ermittelt. (BBC, DorsetECHO)

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Das Krähennest meldet: Wale gesichtet am 16. Juli 2008

Wittmund, 16. Juli 2008 (cetacea.de)

Cetacea.de Krähennest - Nachrichten über Wale und DelfineBei einem kleinen Flukenschlag durch’s Internet am 16. Juli 2008 haben wir folgende Nachrichten über Wale und Delfine gefunden.

Nicolas Entrup sieht einen schwarzen Tag für den Artenschutz und kritisiert den Entschluss des ständigen Ausschusses des Washingtoner Artenschutzabkommens, den Verkauf von 108 Tonnen Elfenbein zu genehmigen. Er zieht Parallelen zu den Interessen der Walfangstaaten, die nichts lieber täten, als einen Handel mit eingelagertem Walfleisch zu beginnen.

Misst die japanische Rechtsprechung mit zweierlei Maß? Zwei Greenpeace-Aktivisten hatten private Walfleischgeschäfte von Besatzungsmitgliedern aufgedeckt und dafür einem Versandunternehmen ein als “Pappe” deklarierten Karton voll Walfleisch entwendet. Dieser wurde der Staatsanwaltschaft als Beweis übergeben. Nachdem das Verfahren gegen die Walfänger schnell eingestellt wurde, verhaftete die Polizei die Greenpeacer Junichi Sato und Toru Suzuki wegen Diebstahls. Erst gestern, nach 26 Tagen Untersuchungshaft, wurden die beiden gegen Kaution entlassen. Es war deutlich, dass die beiden den Diebstahl nicht aus persönlichen Gewinnsucht verübt haben und diesen auch gleich bei der Übergabe der Beweise an die Staatsanwaltschaft eingeräumt haben. Trotzdem befürchtet Greenpeace, dass eine bis zu drei Jahre währende Gefängnisstrafe auf die beiden zukommen kann. Ganz anders sehen das die über eine Million Unterstützer, die eine Petition an die japanische Regierung zur Freilassung der beiden Greenpeacer geschickt hatten. Auch Amnesty International und andere Organisationen hatten sich für die Freilassung eingesetzt (Greenpeace).

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Das Krähennest meldet: Wale gesichtet am 14. Juli 2008

Wittmund, 14. Juli 2008 (cetacea.de)

Cetacea.de Krähennest - Nachrichten über Wale und DelfineBei einem kleinen Flukenschlag durch’s Internet am 14. Juli 2008 haben wir folgende Nachrichten über Wale und Delfine gefunden.

Trotz der anders lautenden Empfehlungen des eigenen Naturforschungsinstituts, genehmigt die grönländische Regierung eine zusätzliche Fangquote von 200 Belugas und 300 Narwalen (Cetacea.de berichtete). Nun berichtet Reinhard Wolff in der taz über die Hintergründe dieser Entscheidung. Fischer töten Wale, weil diese ihnen den Fisch wegfressen würden.

Angesichts der in den letzten Tagen laut werdenden Forderungen nach zügigem Ausbau der Offshore-Windenergie bekräftigen GRD, NABU und GSM ihre Forderung aus dem Mai, die Meeresumwelt beim Bau aller Offshore-Installationen durch wirksame Schallschutzmaßnahmen zu schützen. Gerade für die Errichtung der Fundamentpfähle seien diese bereits erprobt und wirksam. Aus Kostengründen wollten jedoch viele Windparkbetreiber auf deren Einsatz verzichten (GRD).

Kleiner Pressespiegel zum Ozeaneum
Am 11. Juli hat, noch nicht ganz fertig, aber dennoch schon ansehnlich, das Ozeaneum die Schranken für die Besucher geöffnet. Was die Besucher dort erwartet und wie die Reaktionen auf die Ausstellung sind, erfahren Sie in der deutschen Medienlandschaft. Hier einige repräsentative Beiträge: (weiterlesen…)

Das Krähennest meldet: Wale gesichtet am 11. Juli 2008

Wittmund, 11. Juli 2008 (cetacea.de)

Cetacea.de Krähennest - Nachrichten über Wale und DelfineBei einem kleinen Flukenschlag durch’s Internet am 11. Juli 2008 haben wir folgende Nachrichten über Wale und Delfine gefunden.

Zahnwale haben ein besonderes akustisches Fett, um unter Wasser präzise hören und Laute abgeben zu können. Über eine aktuelle Veröffentlichung von Heather Koopman und Zoey Zahorodny berichtet Die Presse. KOOPMAN, H. N. u. Z. P. ZAHORODNY (2008):
Life history constrains biochemical development in the highly specialized odontocete echolocation system.
Proc. Roy. Soc. London. Ser. B., DOI: 10.1098/rspb.2008.0457.

Der Streit zwischen Tierschützern und der US Marine um den Einsatz von aktiven Sonaren beschäftigt nun die Gerichte. Nachdem ein kalifornisches Gericht den Einsatz von aktivem Sonar nur unter schweren Auflagen zuließ, beschäftigt sich nun der Supreme Court mit dieser Auseinandersetzung. Der Oberste Gerichtshof wird sich aber nicht inhaltlich damit auseinandersetzen, ob Wale durch das aktive Sonar gefährdet sind, sondern nur mit Verfahrens- und Kompetenzfragen beschäftigen. Im Herbst findet die mündliche Verhandlung darüber statt, wie viel Tierschutz dem Militär bei der Verteidigung des Landes zuzumuten ist (F.A.Z.).

Internationale Nachrichten
Die Sorgen um die westliche Grauwalpopulation reissen nicht ab. Nun haben IUCN Walforscher ein Notsignal an den russischen Premierminister Vladimir Putin geschickt. Die Erdöl-Arbeiten bei Sachalin gefährden die nur 130 Tiere starke Population westlicher Grauwale. Unangekündigte seismische Tests mit Schallkanonen fänden in der Nähe säugender Grauwalkühe und ihrer Kälber statt (IUCN).

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Gute Zeit für Wale in Museen

Wittmund, 11. Juli 2008 (cetacea.de)

Während es den richtigen Walen in den Meeren der Welt mal besser, mal schlechter geht, scheint es den Vertretern in den Museen so richtig gut zu gehen.

In Stralsund wird am Freitag das Ozeaneum eröffnet. Dank einer Kooperation des Deutschen Meeresmuseums mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace sind dort Walmodelle in Lebensgröße zu sehen (FOCUS). (weiterlesen…)

Das Krähennest meldet: Wale gesichtet am 10. Juli 2008

Wittmund, 10. Juli 2008 (cetacea.de)

Cetacea.de Krähennest - Nachrichten über Wale und DelfineBei einem kleinen Flukenschlag durch’s Internet am 10. Juli 2008 haben wir folgende Nachrichten über Wale und Delfine gefunden.

Der Kölner Walfanghistoriker Klaus Barthelmess hat für die Online Publikation “Museen in Köln” die lesenswerte Abhandlung “Rosenmontag mit geruchlosen Walfischen” über den Weg eines Finnwal-Exponates bis zur Auseinandersetzung im Kölner Karneval geschrieben.

Die WDCS unterstützt die Hummerfischer von Massachusetts bei der Etablierung walfreundlicher Fischereimethoden(WDCS). +++ Ein US-Bundesrichter hat zwei Stammesmitglieder der Makah zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, weil sie Herbst 2007 einen Grauwal illegal getötet hatten (WDCS).

Internationale Nachrichten
Isländische Whale Watcher retten Wale. Das Whale Watching Boot Elding 2 hat den Fang der Njördur KO7 behindert, indem es sich so nah an den Walfänger postiert hat, dass der seine Fangpläne nicht verfolgen konnte. Das ist der zweite Zusammenstöß dieser Art und zeigt, dass sich die Auseinandersetzung zwischen Walfängern und Walbeobachtern in Island weiter zuspitzt(icelandreview).

Zum ersten Mal wurden antarktische Schwertwale in australischen Gewässern gesichtet. Die Photos eines Touristenehepaars wurden an den Walforscher David Donnelly weitergeleitet, der an den besonderen Zeichnungen der Tiere sofort erkannt hat, dass es sich um antarktische Schwertwale handelte. Nun wird erwartet, dass die Gewässer vor New South Wales, genauer studiert werden, um das Auftreten dieser Schwertwale und die möglichen Ursachen zu ergründen (Magnet).

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Pottwalsafaris in Nordnorwegen vor dem Aus?

Andenes, 9. Juli 2008 (cetacea.de)

Neue Sicherheitsbestimmungen lähmen Betreiber

von JÖRG RATAYCZAK

Walsafariboot Reine, © Markus Rösgen
Walsafariboot Reine, © Markus Rösgen

In der größten Tiefseeschlucht Norwegens, dem so genannten Bleikcanyon, halten sich vor allem während des Sommers Pottwale auf. Stabile Bestände garantieren eine hohe Beobachtungsquote. Pottwalsafaris sind auf den nordnorwegischen Vesterålen zur touristischen Hauptattraktion geworden. Doch schon bald könnten Walenthusiasten vor verlassenen Booten stehen. (weiterlesen…)

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