Monatsarchiv für Juli 2008

Junger Delphin von lebensbedrohendem Plastikmüll befreit

Wittmund, 8. Juli 2008 (cetacea.de)

Mitarbeiter der Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA NOAA und des regionalen südöstlichen Meeressäuger Strandungsnetzwerkes haben vergangenen Dienstag einen jungen Grossen Tümmler von einer Kunststoffschlinge befreit, die sich um seinen Kopf geschnürt hatte.

Grosser Tümmler mit Verletzung, © Georgia Department of Natural ResourcesGrosser Tümmler mit Verletzung, © Georgia Department of Natural Resources

Das Tier wurde im Wilmington River nahe der Stadt Savannah im Staat Georgia vorsichtig gefangen. Ein Tierarzt hat den Delphin untersucht und ihn von seinem Plastikkragen befreit, der schon in die Haut eingewachsen war. Jenny Litz, eine Fischereibiologin der NOAA: “Bei weiterem Wachstum des Delphins hätte sich die Kunststoffschlinge weiter zugezogen und für Infektionen gesorgt.” (weiterlesen…)

Das Krähennest meldet: Wale gesichtet am 7. Juli 2008

Wittmund, 7. Juli 2008 (cetacea.de)

Cetacea.de Krähennest - Nachrichten über Wale und DelfineBei einem kleinen Flukenschlag durch’s Internet am 7. Juli 2008 haben wir folgende Nachrichten über Wale und Delfine gefunden.

Die Lübecker SPD setzt sich gegen die geplante Fehmarnbeltbrücke ein. Zugvögel und Schweinswale sind von dem Projekt bedroht (SPD Lübeck). +++ Die Bundesregierung will den Bau von Offshore-Windenergieanlagen vorantreiben (Ostseezeitung).

Im WDCS Blog diskutiert Nicolas Entrup die aktuelle Situation der IWC, fordert Reformen und äußert Gedanken zur Zukunft der IWC. Lesenswert!

Internationale Nachrichten
Grönland ist weiter auf Walfangkurs. Für Narwale und Belugas wurden für das kommende Jahr Quoten verabschiedet, die in vielen Gebieten über den Empfehlungen der Biologen vom Institute for Natural Resources liegen. Der Fang von Narwalen und Belugas wird nicht von der IWC reguliert. Kann dies eine Retourkutsche für die Weigerung der IWC sein, die Fangquote für Großwale zu erhöhen? (Sermitsiaq avis).

Eine Studie der Universität Exeter und des Cornwall Wildlife Trust hat einen Anstieg tot aufgefundener Wale und Delphine an den Stränden Cornwalls festgestellt. In den letzten acht Jahren gab es einen starken Anstieg von Strandungen. Nachdem die Wissenschaftler Daten aus fast 100 Jahren analysiert haben, glauben sie, dass eine zunehmend intensivere Fischerei Anteil an den Strandungen haben kann. Die Untersuchung ist in der Fachzeitschrift Biodiversity and Conservation erschienen: LEENEY, R. H., R. AMIES, A. C. BRODERICK, M. J. WITT, J. LOVERIDGE, J. DOYLE u. B. J. GODLEY (2008):
Spatio-temporal analysis of cetacean strandings and bycatch in a UK fisheries hotspot.
Biodiversity and Conservation, DOI: 10.1007/s10531-008-9377-5
(University of Exeter).

Frank Fish und Kollegen haben sich Flipper, Finnen und Fluken näher angeschaut und halten die für weit bessere Modelle für Propeller oder Windräder als das, was die Ingenieure bisher entwickelt haben.
FISH, F. E., L. E. HOWLE u. M. M. MURRAY (2008):
Hydrodynamic flow control in marine mammals .
Integr. Comp. Biol., DOI: 10.1093/icb/icn029 (ScienceDaily).

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60. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Santiago de Chile, 23. – 27. Juni 2008: Zusammenfassung und Ergebnisse

Essen, 2. Juli 2008 (cetacea.de)

IWC LogoDie Lage für die großen und kleinen Wale der Welt hat sich auf der Tagung in Chile nicht verbessert.
Die IWC ist mit ihrer eigenen Reformierung befasst: Konsens und Respekt sollten an die Stelle der Grabenkämpfe treten, in denen sich frühere Konferenzen festgefahren hatten. Das Ergebnis war eine neue Art von Stillstand: Sowohl Walfang- als auch Walschutzländer verzichteten darauf, einige strittige Anträge überhaupt zu stellen. Umweltgefahren jenseits der Jagd blieben wieder unterbelichtet.

von JOHANNES ALBERS

Konsens und Kerker
Während die Delegierten der nun 81 IWC-Mitgliedsstaaten sich in Chile um Höflichkeiten bemühten, saßen in Japan zwei Greenpeacer im Gefängnis, weil sie den Skandal aufgedeckt hatten, dass Fleisch von „wissenschaftlich“ erlegten Walen der japanischen Fangflotte systematisch unterschlagen wurde: Mit Wissen hoher Stellen bereicherten sich Crewmitglieder am Verkauf der abgezweigten Ware. Die Schuld der Greenpeacer: Sie lieferten ein Fleischpaket als Beweis an die Staatsanwaltschaft in Tokyo. (weiterlesen…)

Das Krähennest meldet: Wale gesichtet am 1. Juli 2008

Wittmund, 1. Juli 2008 (cetacea.de)

Cetacea.de Krähennest - Nachrichten über Wale und DelfineBei einem kleinen Flukenschlag durch’s Internet am 1. Juli 2008 haben wir folgende Nachrichten über Wale und Delfine gefunden.

Flüchten Schnabelwale vor Militärsonaren, weil diese klingen wie Schwertwale (Deutschlandradio)? +++ In Island verhärten sich die Fronten. Der Fischereiminister Einar Kristinn will den Walfang ausweiten, weil er ein lukratives Geschäft mit japanischen Abnehmern wittert. Die Außenministerin lehnt das ab (Netzeitung).

Greenpeace bittet die Öffentlichkeit, per Email für die Freilassung der beiden Aktivisten Junichi Sato und Toru Suzuki einzutreten, die einem Versandunternehmen einen Karton mit Walfleisch entwendet haben, um damit die Unterschlagung von Walfleisch durch Mitglieder der japanischen Walfangflotte nachzuweisen. Das Fleisch wurde der Staatsanwaltschaft zusammen mit anderen Beweisen übergeben. Die Greenpeace-Vorwürfe wurden trotz vieler Ungereimtheiten fallen gelassen. Stattdessen wurden die beiden Greenpeace-Aktivisten inhaftiert (Greenpeace).

Beinahe wären die nordpazifischen Grauwale ausgerottet worden, erst ein Jagdverbot der Internationalen Walfangkommission brachte eine Erholung der Bestände. Dennoch werden jährlich rund 140 der Tiere erlegt, doch ihr Fleisch ist immer öfter ungenießbar – denn es riecht nach Chemikalien (Deutschlandradio).

Andreas Welti hat für das OceanCare Blog beschrieben, wie die von Grönland beantragt Buckelwalquote abgelehnt wurde. Dabei beleuchtet er vor allem das Abstimmungsverhalten der Schweiz. Zunächst hatte sich die Schweiz gegen den grönländischen Antrag ausgesprochen. Nach einer ad hoc interim Empfehlung des wissenschaftlichen Kommittees schwenkte diese jedoch um und stimmte für den Antrag. Trotzdem wurde der Antrag abgelehnt, weil die Mehrheit dagegen war (OceanCare).

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