Tempolimit für Wale, Walfang, Bucki und mehr am 26. August 2008

Wittmund, 26. August 2008 (cetacea.de)

Bei einem kleinen Flukenschlag durch’s Internet haben wir Nachrichten über Tempolimits für Wale, Trophäenjagd auf Narwale, den der Ostsee entkommenen Bucki, japanischen sogenannten wissenschaftlichen Walfang, den norwegischen Walfang und den stark bedrohten Vaquita gefunden.

Nordkaper, © NOAA

Nordkaper, © NOAA

Zur Rettung der vom Aussterben bedrohten Nordkaper hat die USA nun ein regionales Tempolimit für die Schiffahrt vorgeschlagen. In den nördlichen Fressgründen und den südlichen Fortpflanzungsgewässern an der US Ostküste sollte die Geschwindigkeit der Schiffe auf zehn Knoten beschränkt werden. Jedes Jahr sterben ein bis zwei der nur noch auf 300 Tiere geschätzten Art bei Schiffskollisionen.
( SF Tagesschau, Washington Post)

An der grönländischen Ostküste haben Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes 48 tote Narwale entdeckt. Die langen Zähne, die als “Einhorn” gutes Geld als Trophäen einbringen, fehlten (taz). Nachdem der grönländische Walfang schon bei der diesjährigen IWC Tagung im Feuer der Kritik stand (Cetacea.de berichtete 1 2 ), wirft dieser Fund kein gutes Licht auf den verantwortungsvollen Umgang der Grönländer mit ihren Naturressourcen.

Der Buckelwal scheint es aus der Ostsee geschafft zu haben. Hvaler.dk meldet Sichtungen an der schwedischen Kattegatküste zwischen dem 22. und 25. August. Hvaler.dk bietet allen interessierten Walfreunden eine KMZ Positionsdatei an mit der die Sichtungen in Google Earth dargestellt werden können. Vorherige Sichtungen sind in einer andere KMZ Datei verzeichnet. Cetacea.de Krähennest - Nachrichten über Wale und Delfine

Internationale Nachrichten
Die japanischen Walfänger sind aus dem Nordpazifik heimgekehrt. Die sechs Fangboote haben 211 Wale (Seiwale, Zwergwale und Brydewale) erlegt. Auf dem Abschusszettel standen 260 Tiere. Der sogenannte wissenschaftliche Walfang hat zum Ziel, den Einfluss der Wale auf die marinen Ressourcen zu ermitteln. Dafür wurden die Mageninhalte der Wale studiert. Es wurden hauptsächlich Makrelenhechte und Sardellen gefunden. (The Japan Times).

Die Blubberdicke bei Walen nimmt ab. Dies ist ein Resultat aus mehreren Jahren wissenschaftlichem Walfang, das jüngst in der Fachzeitschrift Polar Biology publiziert wurde. Die Autoren der Studie nehmen an, dass die globale Erwärmung Einfluss auf die Nahrungsressourcen der Großwale hat. Von Walfanggegnern wird die Veröffentlichung dieser Studie in einer “westlichen” Fachzeitschrift als mögliche Legitimation des wissenschaftlichen Walfangs kritisiert (Guardian). Das berücksichtigt allerdings nicht, dass japanische Wissenschaftler schon seit Jahren ihre auf Walfangmaterialien basierenden Ergebnisse in Fachzeitschriften aus Europa und der USA publizieren. Bisher konnte z.B. bei den Auseinandersetzungen während der IWC Tagungen für die meisten Forschungsvorhaben der Japaner eine nicht tödliche Alternative aufgezeigt werden. Daher wird man sich auf japanischer Seite sicherlich freuen, endlich eine Untersuchung vorzulegen, für die keine nicht-tödliche Alternative greifbar scheint. Ob diese Studie wissenschaftlichen Nutzen birgt, der die brutale Arbeitsmethode rechtfertigt zweifelt Mark Simmonds, wissenschaftlicher Direktor der Whale and Dolphin Conservation Society, an. Er fordert von Fachzeitschriften ethisch fragwürdige Beiträge wie diesen abzulehnen (Guardian).

KONISHI, K., T. TAMURA, R. ZENITANI, T. BANDO, H. KATO und L. WALLØE (2008):
Decline in energy storage in the Antarctic minke whale (Balaenoptera bonaerensis) in the Southern Ocean.
Polar Biology, DOI: 10.1007/s00300-008-0491-3

Den hohen Ölpreis schieben norwegische Walfänger vor, wenn sie erklären, dass sie nur 50% (533 Zwergwale) der anvisierten Quote (1052 Tiere) gefangen haben. Dabei war in dieser Saison das erste Mal ein Walfänger vor der weit entfernten Insel Jan Mayen, um aus der dortigen reichhaltigen Quote 30 Tiere zu jagen. Gerüchte um einen zusammengebrochenen Walfleischmarkt in Norwegen dementierten die Fischer. Die verlängerte Walfangsaison endet am 31. August (Guardian).

Nicht verpassen sollte jeder Cetacea.de Besucher das sehr interessante Gespräch mit Dr. Jay Barlow auf Mongabay.com. Jay Barlow ist ein Walspezialist der bei der US amerikanischen Fischereibehörde arbeitet. Er war an der Suche nach dem Chinesischen Flussdelphin Baiji beteiligt und setzt sich heute für den vom Aussterben bedrohten Vaquita ein. Der kalifornische Hafenschweinswal im Golf von Kalifornien gilt nach dem Verschwinden des Baiji als bedrohteste Walart
interview mit Jay Barlow (Mongabay).

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