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Schwertwalsterben im Puget Sound ?
Hannover, 25. Juli 2001. In Anbetracht des kürzlichen Todes von sieben Schwertwalen der "Southern Residents" bei Puget Sound in der Nähe von Seattle/USA entschloss sich der Populationsbiologe Dr. Martin Taylor vom Center for Biological Diversity ein bereits bestehendes Computerprogramm zur Berechnung von Populationsdynamiken zu überarbeiten und auf die in diesem Gebiet beheimatete Schwertwal-Population anzuwenden. Das aktualisierte Programm, das neben der erhöhten Sterblichkeitsrate auch den Einfluss verminderter Nahrungszufuhr, möglicher Erkrankungen und Verschmutzungen des Meeres durch auslaufendes Öl berücksichtigt, lieferte eine erschreckende Voraussage: Demnach sterben die Schwertwale (Orcinus orca) bei Puget Sound mit 95%iger Wahrscheinlichkeit in 33-121 Jahren aus, wenn die heutigen Umweltfaktoren bestehen bleiben.
Die Überlebensraten erwachsener Schwertwale gingen in den letzten 26 Jahren - vermutlich aufgrund der Verschlechterung ihres Standortes - bereits rapide zurück. Als verantwortliche Faktoren werden ein Rückgang des Bestandes ihrer Hauptnahrung , des Lachses, die dadurch begründete weite Auswanderung, die wiederum mit einer erhöhten Gefahr, sich in Fischereigeschirr zu verfangen, verbunden ist, die Belastung durch auslaufendes Öl sowie die durch Verklappung von Chlorkohlenwasserstoffen begründeten organischen Schädigungen verantwortlich gemacht. Letzteres führt zu einer Schwächung des Immunsystems der Wale und damit zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen.
Die von Dr. Taylor verfeinerte Populations-Überlebensanalyse stellt nun das erste Computerprogramm dar, das Umweltbelastungen quantitativ berücksichtigt. Aufgrund der deprimierenden Resultate äußerte er: Unsere Enkel werden vielleicht nie die Chance haben, einen wildlebenden Wal zu sehen und sie werden sich fragen, warum wir damals nichts unternommen haben. Dennoch - als positiver Aspekt seiner Simulationen kann festgestellt werden, dass sofortige Umweltschutzmaßnahmen für eine gute Chance sorgen würden, das Überleben der Wale zumindest für weitere 300 Jahre zu gewährleisten. Daher stellte das Center for Biological Diversity gemeinsam mit vielen anderen Organisationen und Instituten kürzlich eine Antrag beim "National Marine Fisheries Service", Schwertwale als eine bedrohte Tierart einzustufen. Der Antrag wird derzeit - hoffentlich mit positivem Ausgang - begutachtet. (H-J Mägert)
Die aktuelle Populations-Überlebensanalyse kann als 30 seitige PDF-Datei
abgerufen werden.
Weitere Informationen: Center for Biological Diversity
oder www.orcarelief.org
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