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Keikos Zeit wird knapp
 Hannover, 28. August 2001 - Obwohl Keiko, der aus den Free Willy Filmen bekannte Schwertwal, bedeutende Fortschritte bei der Anpassung an das Leben im freien Meer gemacht hat, werden die Sorgen um seine Zukunft täglich grösser.
Die ganze Saison über hat Keiko sogenannte Walks im freien Meer gemacht. Er ist begleitet von einem Boot ins freie Meer geschwommen und sollte anderen Schwertwalgruppen begegnen, um Sozialverhalten und Kommunikation zu trainieren. Mehrfach ist das auch geglückt. Insbesondere in diesen Augustwochen halten sich etwa 40-50 Schwertwale in erreichbarer Nähe auf. Aber die 21 Jahre Gefangenschaft haben an dem 23 jährigen Keiko ihre Spuren hinterlassen. Er wird nicht einfach so von den wilden Schwertwalen akzeptiert und mitgenommen. Obwohl er die Begleitboote mittlerweile eigenständig verlässt, um sich den wilden Schwertwalen zu nähern, kam er bisher immer wieder zurück zum Boot der Wissenschaftler.
Während die Wissenschaftler glauben, dass sie alles von ihrer Seite aus mögliche gemacht haben, um Keiko an ein Leben in der freien Wildbahn vorzubereiten, hängt dieser letzte Schritt der Annäherung an wilde Schwertwale ganz allein von Keiko ab.
Für uns mag es so aussehen, als ob der Auswilderungsprozess schon eine lange Zeit dauert, aber für Keiko und die Wale kann das noch nicht lange genug sein.
schreibt das Keiko-Team auf der Homepage von Ocean Futures. Schwertwal-Pods haben enge familiäre Strukturen, jeder dieser Pods hat einen eigenen Dialekt. Das macht es unvorhersehbar, wann - wenn überhaupt - Keiko auf Schwertwale trifft, deren Gruppe er sich anschliessen könnte. Den Wissenschaftlern bleibt nichts anderes, als Keiko möglichst oft und möglichst lange den Kontakt zu wilden Schwertwalen zu ermöglichen. Dabei wollen sie sich auch zunehmend zurückziehen und ungestört lassen.
Allerdings wird die Zeit knapp. Nur noch wenige Tage halten sich die wilden Orcas in der Nähe der Klettsvik-Bucht auf, in der Keiko zur Zeit lebt, dann werden sie weiterziehen. Noch vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass in der Nähe der Bucht eine Fischfarm eröffnet werden soll, die Keikos Lebensumstände stark bedrohen würde. Trotzdem schreibt Ocean Futures jetzt, dass das Winterquartier für Keiko vorbereitet wird.
Im Jahre 1995 begann die Freilassung von Keiko, die von Schwertwalfans weltweit nach dem Film Free Willy eingefordert und durch Spenden unterstützt wurde. Zunächst wurde er drei Jahre im eigens für ihn eingerichteten Delphinarium in Oregon auf die Freiheit vorbereitet und von seinen Krankheiten kuriert, bevor er 1998 in die isländische Klettsvik Bucht bei Vestmannaeyjar umzog.
Lesen Sie dazu den KeikoWatch August Newsletter. Das Photo ist von Jim Knowlton und der Ocean Futures Website entnommen.
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