| |
Japan weitet Walfang aus
München, 28. Februar 2002 -
Japan hat in einem Report an die Internationale Walfang Kommission angekündigt, den Walfang im Nordpazifik auszuweiten. Bisher hat Japan im Sommer 100 Zwergwale, 10 Pottwale und 50 Brydewale erlegt. Nun sollen 50 Seiwale hinzukommen. Zusätzlich sollen 50 Zwergwale küstennah von kleineren Booten gejagt werden. Die Walfangzeit im Nordpazifik dauert von Juni bis Oktober und soll der Erforschung der Nahrungsgewohnheiten der Wale und der Untersuchung von Umweltgiften dienen. Im Antrag nicht gesagt wird, dass das Fleisch der Wale dem japanischen Handel zugeführt wird. Deshalb kritisieren Walschützer sei der sogenannte wissenschaftliche Walfang nur ein Deckmantel für kommerzielle Interessen.
Zur gleichen Zeit wird bekannt, dass Peru das Handelsverbot mit Walprodukten anerkennt. Bisher hatte Peru einen Vorbehalt gegen die Listung einiger Walarten auf Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA/CITES Convention on the International Trade in Endangered Species) ausgesprochen. Dieser wurde nun zurückgezogen.
Dies sind keine guten Nachrichten für Norwegen und Japan, jene zwei Walfangnationen, die intensive Anstrengungen tätigen, um den internationalen kommerziellen Handel mit Walprodukten wieder aufzunehmen.
Die peruanische Regierung bestätigt, dass sie den rechtlichen Vorbehalt gegenüber dem Handelsverbot mit Walprodukten widerrufen hat. Das bedeutet, dass Peru nun das Verbot jeglichen kommerziellen Handels mit Produkten von Walarten anerkennt, wie z.B. jener von Zwergwalen und Brydewalen, Arten, die von Japan und Norwegen gejagt werden.
Auch wenn Peru im vergangenen Jahr bereits das Jagdverbot von Walen in peruanischen Gewässern bestätigte, waren Natur- und Artenschützer besorgt, dass Peru den Vorbehalt gegenüber dem Handelsverbot mit Walprodukten geltend mache, um Handel mit Walfleisch zu erlauben. Diese Ängste erreichten Anfang 2001 ihren Höhepunkt, als Norwegen Peru als eines der möglichen Importländer für Walfleisch aus Norwegen nannte.
Die aktuelle Entscheidung ist demnach ein willkommenes Zeichen, dass Peru sowohl das kommerzielle Fang- als auch Handelsverbot von Walen respektiert. Nicolas Entrup, Sprecher der WDCS in Deutschland, meint: Wir gratulieren Peru zu dieser wichtigen Entscheidung, die ein klares Signal an jene Staaten ist, die weiterhin alles unternehmen, um bestehende internationale Beschlüsse für den Schutz von Walen zu untergraben. In diesem Fall ist die Taktik der Walfänger nicht aufgegangen.
Ob Peru in Folge an den jährlichen Tagungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) teilnehmen wird, bleibt unklar. Peru anerkannte das kommerzielle Walfangverbot der IWC und beendete 1985 sämtliche Walfangaktivitäten. Es nahm aber danach auch nicht mehr an IWC-Tagungen teil und häufte eine Rückverschuldung von mehr als US$ 850.000,- an. Ungeachtet der hohen ausstehenden Schulden und einer Ankündigung im Jahr 2000 der IWC austreten zu wollen, gaben jüngste Aussagen der peruanischen Regierung Anlass zur Annahme, dass Peru Mitglied bleiben und einen Rückzahlungsplan entwickeln möchte. 2001 nahm Peru an der IWC Tagung teil, war aber auf Grund der Schulden nicht stimmberechtigt.
Diese Meldung basiert auf Meldungen von Kyodo News und der WDCS.
|
|
 |
|
Nachrichtenübersicht |
|
[Aktuell][2002][2001][2000] [Nachrichten-Archiv]
|
2002
2002
2002
August
04.08.
11.08.
13.08.
15.08.
15.08.
16.08.
26.08.
September
02.09.
14.09.
16.09.
24.09.
25.09.
30.09.
Oktober
16.10.
17.10.
22.10.
24.10.
29.10.
November
03.11.
07.11.
08.11.
Dezember
06.12.
12.12.
13.12.
14.12.
16.12.
31.12.
|
Internet-Links: Cetacea.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Webseiten. Bitte beachten Sie unsere Stellungnahme zu Internet-Links
|
|
|