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++  13. Juni 2002  ++

 

 

ASCOBANS Treffen: Schweinswalschutz

ASCOBANS

Hindas, 13. Juni 2002 - Auf dem 9. Treffen der Mitgliedsstaaten des Abkommens zur Erhaltung der Kleinwale in Nord- und Ostsee (ASCOBANS) vom 10. bis 12. Juni 2002 im schwedischen Hindas ist der Rettungsplan (Jastarnia Plan) für die Ostseeschweinswale verabschiedet worden.
Der kanadische Walexperte Randall Reeves hat den Rettungsplan für die geschätzten 600 Ostseeschweinswale erarbeitet. Der Plan beinhaltet eine Reduktion der Fischereikapazitäten und eine Umrüstung der Fanggeschirre.
Die Vorsitzende der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM), Petra Deimer mahnte anlässlich des Treffens: "Ohne einschneidende und schnelle Maßnahmen zur Rettung des Kleinen Tümmlers könnte er in der Ostsee schon in 20 Jahren ausgestorben sein".
Eine dpa Meldung lesen Sie bei VistaVerde.


Die gemeinsame Presseerklärung von der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM), der Gesellschaft zu Rettung der Delphine (GRD), dem Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) und der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) lesen Sie hier:

Hilfe für die Schweinswale in der Ostsee
[13.06.2002 - 15:31 Uhr]

Ein Plan zur Rettung der vom Aussterben bedrohten Schweinswale in der Ostsee wurde jetzt im schwedischen Hindas beschlossen. Der Anlass: Der 9. Beratende Ausschuss des Abkommens zur Erhaltung der Kleinwale in Nord- und Ostsee (ASCOBANS) vom 10.-12.Juni 2002, an dem etwa 50 Delegierte von Mitgliedsstaaten, Wissenschaftler, Fischereivertreter und Naturschützer teilnahmen.
"Der Schweinswal in der Ostsee braucht dringend Schutz," so die Hamburger Meeresbiologin Petra Deimer von der GSM, die an der Tagung teilgenommen hat. "Ohne einschneidende und schnelle Maßnahmen zur Rettung des Kleinen Tümmlers, wie der nur rund 1,60m lange Meeressäuger auch heißt, könnte er in der Ostsee schon in 20 Jahren ausgestorben sein. Es gibt nur noch knapp 600 dieser kleinen Wale mit der stumpfen Schnauze, so eine Schätzung. Tendenz dramatisch abnehmend."
"Neben Umweltproblemen, wie Meeresverschmutzung, und Störungen durch die moderne Schifffahrt, macht den Walen besonders die Fischerei zu schaffen", sagt der kanadische Experte Randall Reeves, der den Rettungsplan für die Ostsee-Schweinswale erarbeitet hat. "Außer der Nahrungsverknappung durch Überfischung ist Beifang das Hauptproblem". Eine Möglichkeit die Beifänge zu reduzieren, bzw. einzustellen, wäre die Umrüstung der Fischerei auf harmlosere Techniken, wie auf Fischreusen statt Stellnetzen und Langleinen statt Treibnetzen. Einige Fischer sträuben sich allerdings gegen so drastische Maßnahmen, obwohl auch die Fischbestände längst eine Schonzeit brauchen. "Dabei ist es absurd," so der Weltumsegler Rollo Gebhard (GRD), "dass das EU-Verbot für Treibnetze ausgerechnet in der Ostsee nicht gilt."
Die Wissenschaft weiß auch heute noch sehr wenig über die schwarz-weissen, nur selten sichtbaren Wale. Wie historische Dokumente belegen, lebten sie einst in weiten Bereichen der Ostsee, während sie heute nur noch im süd-westlichen Teil, vor den Küsten Dänemarks und Deutschlands vorkommen. Eine etwaige Grenze für die meisten Tiere liegt in Höhe der dänischen Insel Bornholm. Dies bestätigen auch Untersuchungen des Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW), der im vorigen Jahr eine Forschungsfahrt mit seinem Segler "Song of the Whale" (Lied des Wals) durchgeführt hat. Eine zweite Fahrt zwischen Kiel und polnischen Gewässern hat gerade begonnen. Vor Schweden, Finnland und Polen kommen Schweinswale offenbar nur noch vereinzelt vor.
Nicht ganz so dramatisch ist die Situation in der Nordsee, obwohl man davon ausgehen muss, dass die Sterberate durch die Fischerei auch hier mit über 5 000 Schweinswalen pro Jahr weitaus höher ist, als der Bestand verkraften kann.
Wie schon anlässlich der Nordseeschutzkonferenz vom März im norwegischen Bergen angekündigt, hat sich Deutschland dafür stark gemacht, dass künftig auch ein Rettungsplan für die Schweinswale in der Nordsee erarbeitet wird, wie das zuständige Bundesumweltministerium vermeldete.
Um mehr über die Kleinen Tümmler in Erfahrung zu bringen, ist auch die Öffentlichkeit gefragt. So hoffen die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere und die Deutsche Umwelthilfe, dass sich Menschen melden, wenn sie lebende oder tote Schweinswale im Meer oder am Strand sichten. Gefragt sind Fischer, Segler, Behördenvertreter aber auch die Öffentlichkeit. Jede Beobachtung, kann helfen, mehr über die kleinen Wale zu erfahren - bevor jede Hilfe zu spät kommt. Mehr dazu unter: www.gsm-ev.de

   

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