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CITES Konferenz in Chile
VertreterInnen von mehr als 150 Staaten treffen sich zur 12. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner
Artenschutzübereinkommens in Santiago, Chile. Es werden wichtige Entscheidungen zum Walschutz erwartet.
Hannover, 03. November 2002 -
Am 3. November beginnt die 12. Vertragsstaatenkonferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) in Santiago, Chile. Im Vorfeld haben Naturschutzorganisationen wie Greenpeace, der WWF oder die Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) auf die Bedeutung dieses Treffens hingewiesen.
In einer am Freitag verbreiteten Pressemitteilung hat Bundesumweltminister Trittin erklärt, dass die Regelungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens nicht aufgeweicht werden dürfen. Trittin teilte mit, die EU, deren Mitgliedsländer bei der CITES Konferenz einheitlich abstimmen, werde gegen Lockerungen stimmen. Gerhard Emonds, der deutsche Delegationsleiter, hat 60 deutsche Anträge zur Höherstufung bedrohter Arten im Gepäck.
Während des zwei Wochen dauernden Verhandlungsmarathons wird über das Schicksal zahlreicher Tier- und Pflanzenarten verhandelt. CITES regelt für alle Vertragsstaaten den internationalen Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten.
Japan setzt sich für eine Wiederaufnahme des kommerziellen Handels mit Produkten des nördlichen Zwergwals und des Bryde-Wals ein und fordert die Herabstufung dieser Spezies vom Anhang 1 mit der höchsten Schutzstufe in den Anhang 2, der einen Handel unter Auflagen erlaubt.
Die Anträge Japans sind nicht nur aus Sicht des
Artenschutzes gefährlich, sondern auch politisch untragbar. Die
Walfangnation schlägt vor, dass trotz des von der Internationalen
Walfankommission (IWC) in Kraft gesetzten Fangverbotes die
CITES-Mitgliedsstaaten wieder Handel betreiben sollen, wenn sie
nur der IWC angehören , ist Nicolas Entrup, Sprecher der WDCS in Deutschland empört. Der japanische Antrag sieht auch die Vergabe von Fangquoten vor, die von den Staaten selbst bestimmt
werden können. Das ist einfach unfassbar! Japan schlägt
schlichtweg vor, dass ein internationales Übereinkommen von
einem anderen untergraben werden soll , sagt Entrup.
Im Gegensatz dazu versucht Georgien, den Handel mit Großen
Tümmlern im Schwarzen Meer zu unterbinden, da dieser für die
bereits stark dezimierte Population ein weiterer Bedrohungsfaktor
ist. Das Schwarze Meer gilt als eines der am stärksten
verschmutzten marinen Ökosysteme. Die Zahl der im
20.Jahrhundert direkt getöteten Kleinwale wird auf mehr als vier
Millionen geschätzt. Heute werden Flipper & Co. vor allem von
russischen und ukrainischen Firmen gefangen und an
Vergnügungsparks weltweit verkauft. Die Delfine werden auch über das Internet angeboten und die Händler geben eine 15-tägige Überlebensgarantie. Stirbt ein Tier, wird es durch ein anderes ersetzt , beschreibt die WDCS die übliche Handelspraxis. Viele Schwarzmeerdelfine werden sogar an mobile Zirkusunternehmen abgegeben, wo die Tiere unter noch schlechteren Bedingungen zu leiden haben , fügt Entrup hinzu.
Ein Handelsverbot mit Delfinen aus dem Schwarzen Meer
unterstützen auch die Mitgliedsstaaten des Wal- und
Delfinschutzabkommens im Mittelmeer und Schwarzen Meer
(ACCOBAMS) und der Ständige Ausschuss der Berner
Konvention.
Die WDCS setzt sich vor Ort mit einem Team internationaler
ExpertInnen für die Schutzinteressen von Walen und Delfinen ein.
Die CITES-Konvention wurde 1973 in Washington geschlossen. Das Abkommen ist das wichtigste völkerrechtliche Instrument zum Artenschutz. Es nennt in seinen Anhängen rund 8.000 Tier- und 40.000 Pflanzenarten, die einem absoluten Handelsverbot oder starken Handelsbeschränkungen unterliegen.
Lesen Sie mehr zur CITES Konferenz:
BMU (1.11.2002):
Trittin: Der Schutz für Wale und Elefanten darf nicht gelockert werden
Bernhard Pötter für die taz (2.11.2002):
Das große Abschiednehmen
Hanna Gersmann für die taz (2.11.2002):
Tierische Geschäfte
Angelika Hillmer für das Hamburger Abendblatt (2.11.2002):
Wenn Elefanten weinen
UNO-Konferenz in Chile soll bedrohten Tieren das Überleben sichern. Doch es gibt Streit - vor allem um den Elfenbeinhandel.
Alwin Schröder für SPIEGEL ONLINE (3.11.2002):
Artenschutz-Konferenz. Kampf gegen Elfenbeinhändler und Walfänger
WDCS Pressemitteilung (1.11.2002):
12. Artenschutzkonferenz in Santiago de Chile, 3. bis 15. November 2002
ProWildlife:
WA-2002-Sonderseite
WWF: 12. Vertragsstaatenkonferenz CITES
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