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++  07. November 2002  ++

 
 

Kein Schutz für Schwarzmeerdelphine

Staatengemeinschaft verabsäumt Schutz für gefährdeten Delfin im Schwarzen Meer.

Santiago, Chile, 07. November 2002 - Bei der heutigen Sitzung der Vertragsstaatenkonferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) verabsäumte es die internationale Staatengemeinschaft, Schutzmaßnahmen für Delfine im Schwarzen Meer zu beschließen. Ein Antrag Georgiens, der ein Handelsverbot für den Großen Tümmler im Schwarzen Meer vorsah, erreichte nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit. Während 40 Staaten den Antrag unterstützten, sprachen sich 31 dagegen aus und 39 enthielten sich der Stimme. Die Abstimmung wurde nach einer detaillierten Präsentation Georgiens und einer langen Debatte durchgeführt. Die Schwarzmeer-Anrainerstaaten Georgien, Rumänien, Bulgarien und die Türkei, die Unterstützung von der Staatengemeinschaft erhofften, bekamen diese von zahlreichen Staaten, darunter Brasilien, Israel, Katar, Monaco und den USA.
Ungeachtet der Tatsache, dass die Europäische Union den Import von Walen und Delfinen für kommerzielle Zwecke generell untersagt, führte der Sprecher der EU-Präsidentschaft (Dänemark) einige technische Unklarheiten an und gab bekannt, dass sich die EU als Block der Abstimmung enthalten wird. Dies bedeutet, dass 15 Stimmen, die für den Schutz des Schwarzmeertümmlers von großer Bedeutung gewesen wären, letztendlich fehlten. Doch zur Überraschung der Anwesenden stimmten zwei EU- Mitgliedsstaaten, Luxemburg und Griechenland, sogar gegen den Antrag.
Die EU und vor allem die beiden Staaten haben einigen Erklärungsbedarf vor allem gegenüber der Öffentlichkeit sagt Nicolas Entrup, Repräsentant der WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society, vor Ort in Chile und fügt hinzu: die WDCS ist der Ansicht, dass die Mehrheit der Bevölkerung der EU Staaten Delfine schützen und dies auch von Ihren Repräsentanten vertreten sehen möchte. Hätte die EU den Antrag unterstützt, wäre der Antrag angenommen worden. Die WDCS konnte während der Diskussion einen wichtigen Informationsbeitrag leisten, der auf zahlreiche Fragen klärte.
Ob es für den Schwarzmeertümmler bei dieser Artenschutzkonferenz noch eine Chance geben wird ist unklar. Da das Abstimmungsergebnis doch sehr knapp war, könnte es durchaus sein, dass während der Plenarsitzung die Problematik nochmals diskutiert wird.
Informationen über die Situation des Großen Tümmlers im Schwarzen Meer, die fortwährenden Handelsaktivitäten und Unterstützung des Antrags Georgiens von regionalen und internationalen Abkommen erhalten Sie unter: www.walfang.org
Dies ist eine Pressemitteilung der WDCS.

   

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