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Walfangjournal wiederaufgelegt

Als Schrift des Deutschen Schiffahrtsmuseums erscheint eine Neuausgabe von Christian Bullens »Tag=Register« einer Hamburger Fangreise nach Spitzbergen und Nordnorwegen im Jahre 1667. Der Kölner Walfanghistoriker Klaus Barthelmess, der als vehementer Kritker der Antiwalfangbewegung bekannt ist, hat das Walfangjournal herausgegeben und kommentiert.

Bullen Köln, 23. Dezember 2003 - In Zusammenarbeit mit dem Amsterdamer Maritim-Verlag De Bataafsche Leeuw macht das Deutsche Schiffahrtsmuseum das erste gedruckte deutsche Walfangjournal nach 335 Jahren wieder der Öffentlichkeit zugänglich.
Das lange Zeit einzig bekannte Exemplar des Bremer Drucks ist seit Kriegsende verschollen, immer noch Teil der russischen ≥Beutekunst aus Bremen. Doch außer einem weiteren Exemplar der Erstausgabe 1668 wurde nun eine bislang völlig unbekannte zweite Ausgabe 1677 entdeckt und für die kommentierte Neuausgabe herangezogen.
Als sich Anfang des Jahres 1667 seine Hoffnungen auf eine Heuer als Seeoffizier in der niederländischen Kauffahrtei zerschlugen, musterte der deutsche Seemann Christian Bullen notgedrungen im Mannschaftsrang auf einem Hamburger Walfänger an. Auf dieser Reise führte er ein Seetagebuch, das, obwohl es schon 1668 in Bremen gedruckt wurde, eine der seltensten und am wenigsten bekannten Quellenschriften zum europäischen Arktiswalfang des 17. Jahrhunderts ist. Der Autor beschreibt darin nicht nur die Jagd auf Grönlandwale und Nordkaper auf den Fanggründen vor Spitzbergen und Nordnorwegen, sondern gewährt auch detaillierte Einblicke in das Leben an Bord. Die Schufterei bei der Jagd und Verarbeitung der tranigen Beute, Notmanöver bei Seestürmen und drohenden Eiskollisionen, das Begräbnis eines verstorbenen Schiffskameraden, die Rücksichtslosigkeit der Reeder, aber auch die landschaftliche Schönheit der Arktis und das folkloristische Erzählgut der polarbefahrenen Walfangveteranen, alle diese Aspekte behandelt Christian Bullen in seinem »Tag=Register«. Ein ausführlicher Kommentarteil und eine umfassende Bebilderung führen dem heutigen Leser die Lebenswirklichkeit eines Hamburger Walfängers vor über drei Jahrhunderten vor Augen. Das erste gedruckte deutsche Walfangjournal ist darüberhinaus eine bedeutsame historische Quelle zur Wal-Ökologie, Klimageschichte und Segeltechnik seiner Zeit.
Herausgeber der seltenen Schrift und Verfasser des umfangreichen Kommentars ist der Kölner Walfanghistoriker und Sammler Klaus Barthelmess, Autor und Co-Autor mehrerer Bücher und zahlreicher Aufsätze zum Thema, in die nicht nur seine Studien in Museen, Bibliotheken und Archiven einflossen, sondern auch sein langjähriger Einsatz für den Artenschutz der Wale sowie Feldforschungen in aktiven Walfangkulturen und bei der Zerlegung gestrandeter Wale.

Klaus Barthelmess:
Das erste gedruckte deutsche Walfangjournal: Christian Bullens »Tag=Register« einer Hamburger Fangreise nach Spitzbergen und Nordnorwegen im Jahre 1667.
Amsterdam: De Bataafsche Leeuw, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schiffahrtsmuseum, Bremerhaven, 2003.
128 Seiten, 70 teils farbige Abbildungen, gebunden, Schutzumschlag.
ISBN 90 6707 568 X - Preis 27,50 Euro.

Bestellungen aus Deutschland:
Deutsches Schiffahrtsmuseum
Redaktion
Hans-Scharoun-Platz 1
27568 Bremerhaven
0471 - 48207-28
Bestell-eMail ist Redaktion@dsm.de

Bestellungen international:
De Bataafsche Leeuw
Rooseveltlaan 191
NL - 1079 AP Amsterdam
+31 - 20 - 644 64 58

Dies ist eine Pressemitteilung des Deutschen Schiffahrtsmuseums. Das Original lesen Sie auf der Internetseite des Deutschen Schiffahrtsmuseums.

   

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