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++  Mittwoch, der 24. December 2003  ++

 
 

Hörspielereignis Moby-Dick

Der Deutschlandfunk bringt über die Festtage bis ins neue Jahr hinein alle zehn Folgen der Moby-Dick-Lesung nach neuer Übersetzung von Matthias Jendis

Köln, 24. December 2003 - Ihm sei nicht bekannt, dass der Walfang jemals von einem Romancier behandelt worden ist, "oder tatsächlich von überhaupt einem Schriftsteller, in angemessener Weise", so schrieb Herman Melville 1850 an seinen Verleger Richard Bentley - zu einer Zeit, als der Walfang den wichtigsten Industriezweig Amerikas bildete. Zwar hatte Melville in den Jahren zuvor mehrere erfolgreiche Südsee-Romane veröffentlicht, doch 'Moby-Dick' sollte etwas einzigartig Neues werden.
Als 'Moby-Dick oder Der Wal' 1851 in London und New York erschien, erwarteten die Leser einen autobiographischen Tatsachenbericht oder eine konventionelle Abenteuergeschichte. Entsprechend vernichtend war ein großer Teil der Kritiken: Mr. Melville habe es "allein sich selbst zu verdanken, wenn der normale Leser seine Grauslichkeiten und seinen Schwulst als einen Haufen Plunder" zur Seite legte.
Als Herman Melville starb, am 28. September 1891, war sein erzählerisches Werk fast in Vergessenheit geraten. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts jedoch wurde im Rahmen des so genannten 'Melville Revivals' auch 'Moby-Dick' wieder entdeckt.
Längst ist 'Moby-Dick oder Der Wal' eineinhalb Jahrhunderte nach seiner Erstveröffentlichung ein Mythos, hat zahlreiche Ausgaben, Übersetzungen, Interpretationen und Adaptionen für Bühne, Film und Hörspiel erfahren. Dem großen Publikum wird 'Moby-Dick' durch John Hustons Verfilmung mit Gregory Peck aus dem Jahr 1956 bekannt sein.
Der Bayerische Rundfunk beauftragte 2002 den Regisseur und Komponisten Klaus Buhlert, eine zehnteilige Hörspielfassung nach der Neuübersetzung des 'Moby-Dick' von Matthias Jendis zu erarbeiten. Die Produktion von Klaus Buhlert hatte den ehrgeizigen Plan, das gigantische Werk in seiner ganzen Vielfalt akustisch abzubilden. Die damit verbundene Herausforderung formulierte Buhlert folgendermaßen:
Diesen ausufernden Moby-Dick mit einer Vielzahl von Quellen, Figuren und Ideen in letztlich zehn Stunden mit weit über 20 Rollen zu erzählen, stellt den Bearbeiter vor ähnlich handfeste Probleme, die auch jeder Einhandsegler vor der Überquerung des Atlantiks mit der Verteilung seines Hausrats an Bord hätte (um bei den Bildern der Seefahrt zu bleiben!). Prinzipiell sind drei Fragen zu lösen: Was will ich mitnehmen? Was kann ich mitnehmen? Was muss ich mitnehmen? Neben gutem Rückenwind und Intuition ist der Schnittpunkt dieser Antworten entscheidend für den Erfolg ...
Durch einen Kunstgriff gelang es ihm, Melvilles von vielen Einfällen und Abschweifungen geprägte Romanstruktur für den Hörer nachvollziehbar zu machen. Buhlert führt einen zweiten Erzähler namens 'Melville' ein, der in das Hörspiel einführt und mit enzyklopädischem Eifer kommentierend begleitet. Und er besetzt den abenteuerlustigen Ismael mit Rufus Beck und den Erzähler Melville mit Felix von Manteuffel, der dämonische Kapitän Ahab wird von Manfred Zapatka verkörpert. Freuen Sie sich auf weitere großartige Schauspieler: Ulrich Matthes als 1. Offizier, Bernhard Schütz, Thomas Holtzmann, Christiane Roßbach, Stefan Wilkening und andere. Wir laden Sie nun ein, über die Weihnachtsfeiertage sowie Silvester und Neujahr die grandiose Geschichte Melvilles - 'Moby-Dick oder Der Wal' - zur besten Sendezeit von 14.05 bis 16.00 Uhr zu hören. Wir wünschen Ihnen frohe Feiertage und spannende Unterhaltung.
Sendetermine:
Mittwoch, 24. Dezember, 14:05 (Teil 1 und 2)
Donnerstag, 25. Dezember, 14:05 (Teil 3 und 4)
Freitag, 26. Dezember, 14:05 (Teil 5 und 6)
Mittwoch, 31. Dezember, 14:05 (Teil 7 und 8)
Donnerstag, 1. Januar, 14:05 (Teil 9 und 10)

Dies ist eine Pressemitteilung des Deutschlandfunks. Das Original lesen Sie auf der Internetseite des Deutschlandradios

   

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