| |
IWC: Klub der Walfänger?
Erster Tag der IWC Tagungswoche.
Sorrento, 19.Juli 2004 (wdcs,asms) -
Am heutigen ersten Tag der Plenarsitzungen der
Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Sorrento, Italien,
blieben vorerst die am Walschutz interessierten Staaten in der Mehrheit.
Japan hatte in den vergangenen Monaten eine aktive Politik zur
Beeinflussung des Abstimmverhaltens zahlreicher Staaten betrieben, um
Kontrolle über dieses wichtige Gremium zu gewinnen.
In einer ersten Abstimmung wurde Japans Antrag auf geheime Wahlen während
der Konferenz abgelehnt (29 Nein-Stimmen, 24 Ja-Stimmen, Senegal und
Elfenbeinküste durften aufgrund von fehlenden Mitgliedsbeiträgen noch
nicht an der Abstimmung teilnehmen). Diese grundlegende Entscheidung, die
die Transparenz der Verhandlungen ermöglicht, versuchte Japan mit seinem
Antrag zu verhindern. Doch auch in den kommenden Tagen können weitere
Staaten beitreten, wodurch weiterhin nicht klar ist, wie sich das
Stimmverhältnis entwickeln wird. Bei einer einfachen Mehrheit haben die
Walfangstaaten die Möglichkeit, jegliche Interessen des Walschutzes
innerhalb der IWC zu blockieren, sowie entgegengesetzte Empfehlungen zu
erwirken, wie z.B. eine Empfehlung für die Wiederaufnahme des
kommerziellen Handels mit Walfleisch an die Vertragsstaaten des
Washingtoner Artenschutzübereinkommens.
Sue Fisher, Sprecherin der internationalen Wal- und
Delfinschutzorganisation WDCS sagt:
Wenn Japan mit Hilfe seiner Verbündeten weitere Stimmen erlangt, ist
nicht nur die Mehrheit innerhalb der Konferenz bedroht sondern auch die
Zukunft der Wale. Dies wäre ein Rückschritt der IWC in Zeiten, als man von
dieser Organisation als 'Klub der Walfänger' sprach.
Die Vergabe von Wirtschafts- und Entwicklungshilfe durch Japan wird an das
Abstimmungsverhalten von teilweise in Not befindlichen Staaten geknüpft.
Seit der letztjährigen IWC-Tagung im Juni 2003 in Berlin, sind mit
Mauretanien, Tuvalu, Elfenbeinküste und Surinam allein vier Staaten
beigetreten, um die Interessen japanischer Walfangpolitik zu unterstützen.
Weitere Staaten, wie zum Beispiel. Kamerun, sind möglicherweise die
nächsten Kandidaten für eine IWC Mitgliedschaft. Allein in den vergangenen
Monaten haben folgende Staaten von Japan finanzielle Zuwendungen erhalten:
Antigua & Barbuda, Benin, Elfenbeinküste, Ghana, Mauretanien, Mongolei,
Nicaragua, Palau und die Solomon Inseln.
Japan verstößt mit seinen Aktivitäten gegen die Prinzipien der UN Charta
des internationalen Rechts und nutzt die Abhängigkeiten von
Entwicklungsländern aus, um sich Vorteile zu verschaffen , sagt Sigrid
Lüber, Sprecherin von ASMS Ocean Care vor Ort in Sorrento. Offizielle
Regierungsvertreter Japans machen selbst kein Geheimnis mehr aus der
Praktik, die Japan auch in anderen Internationalen Foren anwendet.
(Dies ist eine Presseinformation der ASMS und WDCS)
|
|
 |
|
Nachrichtenübersicht |
|
[Aktuell][2004][2003]
[2002][2001][2000]
[Nachrichten-Archiv]
|
|
Januar
20.01.
23.01.
Februar
02.02.
02.02.
03.02.
06.02.
10.02.
10.02.
23.02.
27.02.
März
01.03.
02.03.
10.03.
April
02.04.
15.04.
16.04.
26.04.
29.04.
30.04.
13.05.
17.05.
20.05.
20.05.
27.05.
Juli
08.07.
12.07.
14.07.
15.07.
19.07.
August
06.08.
11.08.
12.08.
September
06.09.
23.09.
24.09.
29.09.
Oktober
12.10.
12.10.
21.10.
November
12.11.
17.11.
Dezember
08.12.
11.12.
31.12.
|
Internet-Links: Cetacea.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Webseiten. Bitte beachten Sie unsere Stellungnahme zu Internet-Links
|
|
|