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Salontiger unter Delfinen halten Gruppe zusammen

Einzelne Individuen verfügen über höhere soziale Kompetenz

Aberdeen, 12. August 2004 (pte) - Ebenso wie unter den Homo sapiens so mancher Salontiger bei allen Partys und Anlässen vertreten ist, spielen solche Individuen auch bei Delfinen eine wichtige Rolle. Wenn diese allerdings aus der Gruppe ausscheiden zerfallen die sozialen Gefüge, berichten britische Ökologen im Wissenschaftsmagazin New Scientist. Die Forscher warnen daher vor dem unkontrollierten Fang oder gar der Tötung dieser für den Zusammenhalt der Gruppe wichtigen Tiere.

David Lusseau, Ökologe an der britischen Universität von Aberdeen, hat sieben Jahre lang eine Gruppe von Bottlenose-Delfinen im Doubtful Sound/Neuseeland beobachtet. Der Forscher hat jedes einzelne Tier dieser Gruppe anhand von individuellen Merkmalen beschrieben. Dabei hat der Forscher festgestellt, dass einzelne Tiere aus der Gruppe wesentlich häufiger gemeinsam mit anderen auftauchten. Sie gehörten offensichtlich zum Kern des sozialen Netzwerks. Gemeinsam mit dem Physiker Mark Newman von der University of Michigan in Ann Arbor konnte Lusseau die Netzwerke zwischen den einzelnen Individuen nachvollziehen.

Die Grundidee war, nach Gruppen innerhalb des Netzwerks zu suchen, die besonders eng sind, so Newman. Entscheidend ist hier die Feststellung, wo tatsächlich viele Kontakte zwischen den Mitgliedern einer Gruppe oder wo weniger Kontakte vorhanden sind. Die beiden Forscher machten dabei eine erstaunliche Entdeckung: Wir haben zwei messbare Untergruppen innerhalb dieser Gemeinschaft entdeckt, die offensichtlich durch einzelne Tiere geleitet wurden, berichten die Forscher. Offensichtlich wurde die Rolle der beiden Gruppenleiter erst dannn als diese kurzfristig verschwunden waren: Das soziale Gefüge brach auseinander. Als einige Zeit später die Leittiere wieder auftauchten, formierte sich die Gruppe erneut.

Die Forscher, die im Fachmagazin Biology Letters über die Erkenntnisse berichten, warnen daher alle Naturparks davor, Meeressäuger einfach zu fangen und einzusperren. Meist werden nämlich junge weibliche Tiere gefangen. Damit werden die Möglichkeiten der Arterhaltung eingeschränkt, so Lusseau. In den Aquarien und Marine Parks erfreuen sich nämlich Killerwale wie einst der Kinostar Free Willy als besondere Attraktion. Auch diese Tiere verfügen über ein ausgeprägtes soziales Verhalten.


Dies ist eine Presseaussendung von pressetext.austria.

   

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