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N E W S - A R C H I V |
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Erneute Massenstrandungen von Walen und Delphinen nach MilitärmanövernOceanCare (Schweiz) sieht Zusammenhang zwischen Militärübungen und Strandungen und fordert, dass die NATO den Empfehlungen der EU, der IUCN (The World Conservation Union) und der Internationalen Walfang Kommission (IWC) Gehör schenkt.
Auch diesem Ereignis war ein Militärmanöver der US-Navy vorausgegangen, bei dem ein Sonar-System getestet wurde. Experten zufolge werden die Strandungen unmittelbar mit den Manövern in Verbindung gebracht. Starke Sonarwellen zerstören die sensiblen Gehörorgane der Meeressäuger. Aufgrund des hohen Schalldrucks erleiden sie Verletzungen, werden orientierungslos und stranden schliesslich oder sterben auf hoher See. Die US-Navy weist einen Zusammenhang zwischen ihren Tests und den Strandungen als unwahrscheinlich“ zurück. Doch die amerikanische Regierung prüft nun eine mögliche Verbindung. Für Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare, die sich für den Schutz von Walen und Delphinen einsetzt, bestehen kaum Zweifel: Massenstrandungen von Walen in Zusammenhang mit Militärmanövern nehmen seit Jahren an Häufigkeit zu. 1998 strandeten nach Sonar-Tests der US-Navy auf den Bahamas mehr als 15 Wale. Aufgrund der Ergebnisse von Untersuchungen unabhängiger Wissenschaftler musste die Navy die Schuld am Tod der Wale schlussendlich einräumen. Ähnliche Strandungen ereigneten sich nach Sonar-Übungen der NATO im September 2002 und im August 2004 auf den Kanarischen Inseln. Auch hier wiesen die Kadaver der gestrandeten Tiere starke Blutungen im Gehirn und im empfindlichen Innenohr auf. In der Folge sprach die Kanarische Regierung ein Verbot für derartige Manöver in ihren Gewässern aus, die für ein hohe Dichte an Walen und Delphinen bekannt sind. Dieser Tage wurde aber bekannt, dass die NATO auf den Kanarischen Inseln für Ende März ein zweiwöchiges Manöver vorbereitet, bei dem möglicherweise wieder dieselben Sonargeräte zum Einsatz kommen.
2002 hat OceanCare die ’European Coalition for Silent Oceans (ECSO)’ ins Leben gerufen, der mittlerweile 52 Nichtregierungsorganisationen angehören. Auf Druck der ECSO hat das EU-Parlament im Oktober 2004 eine Resolution verabschiedet, die ein Moratorium für den Einsatz von Militärsonarsystemen vorsieht. Für OceanCare ist dieser Entscheid ein wichtiger Schritt in Richtung einer künftigen Regelung des Unterwasserlärms in den Weltmeeren. Die Planung des neuen Manövers macht aber deutlich, dass es mit Resolutionen nicht getan ist. Es ist an der Zeit, dass die NATO den Empfehlungen der EU, der IUCN (The World Conservation Union) und der Internationalen Walfang Kommission (IWC) Gehör schenkt.
Dies ist eine Pressemitteilung von OceanCare / ASMS (Schweiz) Weitere Informationen erhalten Sie unter www.oceancare.org. OceanCare, Postfach 30, CH-8820 Wädenswil, T: +41 (0)44 780 66 88. |
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