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++  Dienstag, 8. März 2005 2005  ++

 
 

Erneute Massenstrandungen von Walen und Delphinen nach Militärmanövern

OceanCare (Schweiz) sieht Zusammenhang zwischen Militärübungen und Strandungen und fordert, dass die NATO den Empfehlungen der EU, der IUCN (The World Conservation Union) und der Internationalen Walfang Kommission (IWC) Gehör schenkt.

Sielnt Oceans Wädenswil, 08. März 2005 - Vergangene Woche strandeten an Floridas Küste über 60 seltene Rauzahndelphine. Zeitgleich hatte ein U-Boot der US-Navy dort eine militärische Sonar-Übung durchgeführt. Ein Teil der Tiere konnte zur Pflege in veterinärmedizinische Stationen gebracht werden, viele Delphine verendeten aber noch an Ort und Stelle. Bereits im Januar 2005 strandeten an der Ostküste der USA, im Bundesstaat North Carolina, 37 Grindwale.

Auch diesem Ereignis war ein Militärmanöver der US-Navy vorausgegangen, bei dem ein Sonar-System getestet wurde. Experten zufolge werden die Strandungen unmittelbar mit den Manövern in Verbindung gebracht. Starke Sonarwellen zerstören die sensiblen Gehörorgane der Meeressäuger. Aufgrund des hohen Schalldrucks erleiden sie Verletzungen, werden orientierungslos und stranden schliesslich oder sterben auf hoher See. Die US-Navy weist einen Zusammenhang zwischen ihren Tests und den Strandungen als unwahrscheinlich“ zurück. Doch die amerikanische Regierung prüft nun eine mögliche Verbindung. Für Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare, die sich für den Schutz von Walen und Delphinen einsetzt, bestehen kaum Zweifel: Das mittelwellige Sonar hat direkte Auswirkungen auf Meeressäuger und ist besonders für die empfindlichen Schnabelwale oft tödlich. Neu ist, dass nun auch Rauzahndelphine und Grindwale betroffen waren.

Massenstrandungen von Walen in Zusammenhang mit Militärmanövern nehmen seit Jahren an Häufigkeit zu. 1998 strandeten nach Sonar-Tests der US-Navy auf den Bahamas mehr als 15 Wale. Aufgrund der Ergebnisse von Untersuchungen unabhängiger Wissenschaftler musste die Navy die Schuld am Tod der Wale schlussendlich einräumen. Ähnliche Strandungen ereigneten sich nach Sonar-Übungen der NATO im September 2002 und im August 2004 auf den Kanarischen Inseln. Auch hier wiesen die Kadaver der gestrandeten Tiere starke Blutungen im Gehirn und im empfindlichen Innenohr auf. In der Folge sprach die Kanarische Regierung ein Verbot für derartige Manöver in ihren Gewässern aus, die für ein hohe Dichte an Walen und Delphinen bekannt sind. Dieser Tage wurde aber bekannt, dass die NATO auf den Kanarischen Inseln für Ende März ein zweiwöchiges Manöver vorbereitet, bei dem möglicherweise wieder dieselben Sonargeräte zum Einsatz kommen.

Wale und Delphine leben in einer Welt des Schalls. Der Lärm, der durch Militär, Schiffe, Bohrinseln und seismische Messungen generiert wird, hat in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen. Moderne Sonargeräte erreichen Lautstärken, die mit jenen einer startenden Mondrakete vergleichbar sind. Bei derart massiven akustischen Eingriffen unter Wasser ist eine direkte Schädigung der Tiere unvermeidlich. Es ist höchste Zeit, vorbeugend und nachhaltig zu handeln und nicht erst zu reagieren, wenn es zu spät ist, sagt Sigrid Lüber.

2002 hat OceanCare die ’European Coalition for Silent Oceans (ECSO)’ ins Leben gerufen, der mittlerweile 52 Nichtregierungsorganisationen angehören. Auf Druck der ECSO hat das EU-Parlament im Oktober 2004 eine Resolution verabschiedet, die ein Moratorium für den Einsatz von Militärsonarsystemen vorsieht. Für OceanCare ist dieser Entscheid ein wichtiger Schritt in Richtung einer künftigen Regelung des Unterwasserlärms in den Weltmeeren. Die Planung des neuen Manövers macht aber deutlich, dass es mit Resolutionen nicht getan ist. Es ist an der Zeit, dass die NATO den Empfehlungen der EU, der IUCN (The World Conservation Union) und der Internationalen Walfang Kommission (IWC) Gehör schenkt.


Über ECSO
Die Europäische Koalition für lärmfreie Ozeane’ (European Coalition for Silent Oceans) kämpft auf politischer Ebene gegen den Lärm unter Wasser. Sie wurde 2002 von OceanCare gegründet und zählt heute bereits 52 Partnerorganisationen aus 16 Ländern (Schweiz, Italien, England, Schottland, Belgien, Deutschland, Frankreich, Finnland, Spanien, Slovenien, Griechenland, Dänemark, Österreich, Rumänien, Bulgarien und Israel). www.silentoceans.org

Über OceanCare
Seit 1989 engagiert sich OceanCare für den Schutz der Meeressäuger und der Ozeane. Die Gefahren, denen die Meeresbewohner ausgesetzt sind, nehmen massiv zu: Jagd, Überfischung, Lärm und Umweltzerstörung bedrohen die Zukunft der Tiere – und auch unsere. Mit Forschungsprojekten, Petitionen, Umweltbildungs- und Informationskampagnen und politischem Engagement verschafft sich OceanCare erfolgreich Gehör. Bei all ihren Aktivitäten strebt die Organisation eine kooperative und lösungsorientierte Zusammenarbeit an. Denn: Was uns alle angeht, können wir nur gemeinsam lösen.


Dies ist eine Pressemitteilung von OceanCare / ASMS (Schweiz) Weitere Informationen erhalten Sie unter www.oceancare.org. OceanCare, Postfach 30, CH-8820 Wädenswil, T: +41 (0)44 780 66 88.

   

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17.02. Delfine im Englischen Kanal
17.02. Arktis: Chemische Müllhalde
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28.02. Greenpeace rettet Delfine

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25.05. Schutz von Kleinwalen
27.05. Künast für Walschutz
28.05. Wale-Botschaft in Südkorea

Juni

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06.06. Kultur bei Delphinen
09.06. Delfine im Beifangtod
13.06. Wissenschaftlicher Walfang?
14.06. Wale können sich nicht wehren
14.06. Unterwasserlärm ist Gefahr
15.06. Walfleischfabrik gekippt?
17.06. Dänemark für Walfang

Juli

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21.07. Schwertwale live im Internet

August

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15.09. Polare Ökosysteme

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