Trotz Welttierschutztag - Japaner eröffnen Treibjagdsaison auf Delfine
Anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober
kritisiert die Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS die
fortwährenden, blutigen Treibjagden auf Kleinwale in japanischen
Gewässern und macht die Delfinarienindustrie für den Tod von jährlich
Tausenden Tieren verantwortlich.
München, 4. Oktober 2005 - Zwischen Oktober und März finden in einigen japanischen Gemeinden z.B. in Taiji die alljährlichen, traditionellen Delfintreibjagden statt. Dabei treiben die Fischer große Gruppen von Kleinwalen in flache Buchten. Einige Tiere werden anschließend für Vergnügungsparks lebend gefangen. Die verbleibenden Delfine werden meist auf grausame Weise getötet und ihr Fleisch am Markt verkauft. Andere Teile des Körpers finden Verwertung als Tierfutter oder Dünger.
"In vielen Fällen wären die traditionellen Treibjagden ohne die finanziell lukrativen Geschäfte mit den Betreibern von Zoos oder Vergnügungsparks für die Fischer schon lange nicht mehr rentabel", erläutert Nicolas Entrup, Geschäftsführer der WDCS in Deutschland. "Für einen lebenden Delfin werden auf dem internationalen Markt immerhin 20.000,- EUR und mehr geboten" ergänzt Entrup.
Jedes Jahr werden in Japan mehr als 20.000 Kleinwale und Delfine mit Messern, Haken und speerähnlichen Geräten gezielt getötet. Diese Jagden sind nicht nachhaltig, wodurch zahlreiche Wal- und Delfinarten sukzessive aus japanischen Küstengewässern verschwinden werden.
Die WDCS unterstützt die Entwicklung verantwortungsvoller Wal- und Delfinbeobachtungsangebote in Japan als eine wirtschaftliche Alternative zur Tötung von Walen und Delfinen. Anlässlich der Weltausstellung EXPO 2005 in Japan veröffentlichte die WDCS einen Ratgeber über Walbeobachtungsmöglichkeiten in japanischen Gewässern und erreichte dadurch zehntausende Natur begeisterte Japaner.
"Das blutige Töten muss im Namen des Tierschutzes ein Ende finden", fordert Nicolas Entrup von der WDCS.
DIes ist eine Pressemitteilung der Whale and Dolphin Conservation Society. Dort finden Sie Möglichkeiten, den Protest zu unterstützen oder sich weiter zu informieren.
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