Alle Jahre wieder: Japans Walfangflotte läuft aus....
Die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) kritisiert die Erweiterung des japanischen Forschungs
programmes. 935 Zwergwale und 10 Finnwale stehen auf der Abschussliste.
Hamburg, 7. November 2005 - In dieser Woche läuft Japans Walfangflotte in Richtung Antarktis aus. 935 Zwergwale (im Vorjahr 440) und erstmalig wieder 10 Finnwale stehen auf der Abschussliste. Sie sterben im Namen von Wissenschaft und Forschung, wie Japan seinen Walfang nun schon seit fast 20 Jahren tituliert, weil der Fang zu kommerziellen Zwecken verboten ist. Ab 2008 sollen pro Jahr noch 50 Buckelwale dazukommen.
Der Direktor des japanischen Instituts für Walforschung in Tokio, Dr. Hiroshi Hatanaka, begründet das Forschungsprogramm mit einer zu untersuchenden Zunahme von Buckel- und Finnwal-Beständen. Dazu die Meeresbiologin Petra Deimer von der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM): Eine eventuelle, leichte Zunahme kann keinesfalls eine Fangquote dieser stark gefährdeten und unter allen erdenklichen Konventionen geschützten Großwale rechtfertigen. Vor Beginn des kommerziellen Walfangs in der Antarktis, um 1910, gab es hochgerechnet 500 000 Finnwale, um 1990 noch 2 000. Von einem solchen Aderlass können sich Tiere mit einer sehr langsamen Fortpflanzungsrate in so kurzer Zeit niemals erholt haben. Und die Situation der Buckelwale ist nicht besser.
Zum Schutz der Wale und damit der Wissenschaftsausschuss der Internationalen Walfang Commission (IWC) Zeit für Bestandshochrechnungen hat, hat die IWC 1982 ein Moratorium beschlossen, das mit Rücksicht auf die Industrie erst 1986 in Kraft getreten ist. Um dieses Fangverbot zu kommerziellen Zwecken zu umgehen, haben Japan und Island ihren Walfang als Wissenschaft deklariert. Norwegen hat einen Vorbehalt
gegen das Moratorium eingelegt und fühlt sich dadurch nicht daran gebunden.
Insgesamt haben Japan, Norwegen und Island in antarktischen, nord-pazifischen und nordatlantischen Gewässern seit1986 mehr als 28 100 Wale getötet. Mit zunehmender Tendenz.
DIes ist eine Pressemitteilung der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM).
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