Bau eines neuen Delfinariums in Deutschland geplant
WDCS kritisiert Vorhaben zu Delfintherapie auf Rügen
München , 25. Januar 2006 -
Die Firma Nature Projekt GmbH
aus Westerland will im
Sommer 2006 mit dem Bau eines Delfinariums in Glowe auf Rügen beginnen, um
Delfintherapie in Deutschland kommerziell anbieten zu können. Fünf Große
Tümmler sollen dazu als Therapietiere
angeschafft werden. Diese Pläne
werden von der Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS heftig kritisiert.
Delfine können in Gefangenschaft weder tier- noch artgerecht gehalten
werden
, erklärt Nicolas Entrup, Geschäftsführer der WDCS Deutschland.
Der Antrag der Betreiber weist darüber hinaus derartige Mängel auf, dass
das Bauvorhaben nach EU-Gesetzgebung auf keinen Fall genehmigt werden
dürfte
ergänzt der Walschützer.
Die WDCS befürchtet jedoch, dass in der strukturschwachen Region im betreffenden Wahlkreis von Frau Dr. Angela Merkel wirtschaftliche Interessen den Interessen des Tier- und Naturschutzes übergeordnet werden. Außerdem hat es den Anschein, dass eine am 7. Dezember 2005 im Rahmen einer Anhörung des Amtes für Raumordnung und Landesplanung begonnene Diskussion durch die Intervention des Antragstellers gestoppt wurde.
Obwohl im Gegensatz zu anderen Tiertherapieformen die Langzeitwirkung bei
der Delfintherapie äußerst umstritten ist, wird hier versucht, mit dem
Mythos Delfin ein staatlich subventioniertes Geschäft zu machen
, erklärt
Dr. Karsten Brensing, WDCS-Experte zum Thema Delfintherapie.
Die Erteilung einer Baugenehmigung für ein Delfinarium bedeutet eine Abkehr von dem Bekenntnis der Bundesregierung zum Schutz von Walen und Delfinen: In den vergangenen Jahren hatte sich die deutsche Regierung in internationalen Gremien für einen besseren Schutz von Kleinwalen - unter anderem für das Verbot des Handels mit Großen Tümmlern aus dem Schwarzen Meer für Delfinarien eingesetzt.
Die nicht nachhaltige und somit erfolglose Nachzucht von Delfinen in europäischen Delfinarien, zwingt die Betreiber immer wieder dazu, wild gefangene Wale und Delfine trotz EU-Importverbot einzuführen. Dies ist von zahlreichen, internationalen Naturschutzverbänden bereits heftig kritisiert worden, da freilebende Populationen dadurch gefährdet werden.
Dies ist eine Pressemitteilung der Whale and Dolphin Conservation Society Deutschland. Wer gegen den Bau dieser Einrichtung protestieren möchte und sich weiter über die Delfintherapie und die Haltung von Delfinen in Delfinarien informieren möchte, kann eine entsprechende Website der WDCS besuchen.
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