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Nachrichten über Wale und Delfine

Walschützer gewinnen erste Runde

Zur Internationalen Walfang-Kommission IWC (16.-20. Juni): Kleinwale bleiben geschützt, geheime Abstimmungen weiter verboten.

WDCS

München/St. Kitts, 17. Juni 2006 - Am ersten Tag des Treffens der internationalen Walfangkommission (IWC) wurden Japans Anträge, Kleinwale und deren Erhaltung von der Tagesordnung zu streichen sowie die Einführung geheimer Wahlen mit jeweils einer knappen Mehrheit abgelehnt.

Seit 1974 bringt die IWC basierend auf Empfehlung des Wissenschaftsausschusses viele nützliche Empfehlungen zum Schutz und Erhalt von Kleinwalen hervor. Japan hatte das oftmals kritisiert, insbesondere im Hinblick auf seine Jagd auf Schweinswale. Der Antrag wurde mit 30:32 (eine Enthaltung) abgelehnt.

Nicolas Entrup von der Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS sagt: Das erste Abstimmungsergebnis konnte knapper nicht sein, aber es ist ein Signal und ein unheimlich großer Erfolg für die Fortsetzung wichtiger Diskussionen über die Erhaltung von Kleinwalen.

Japan hat auch bei der zweiten Abstimmung nicht die erwartete Unterstützung erhalten: Die IWC- Mitgliedsstaaten haben seinen Antrag auf geheime Wahlen mit 33 : 30 Stimmen (eine Enthaltung) abgelehnt. Viele Länder, darunter Deutschland, England, Neuseeland, Australien, Monaco, Brasilien, Indien und die USA nahmen eindeutig Stellung gegen geheime Wahlen.

Die Ablehnung geheimer Abstimmungen bei der Internationalen Walfangkommission ist ein wichtiges Zeichen an die Weltöffentlichkeit, dass Japans Versuch, transparente und demokratische Prinzipien außer Kraft zu setzen, gescheitert ist, kommentiert Nicolas Entrup, Sprecher der WDCS vor Ort.

Es bleibt abzuwarten, ob die Pro-Walfangstaaten im Verlauf des fünftägigen Treffens die Mehrheit bei weiteren Abstimmungen erhalten. Heute waren immerhin zwei dem Walfang zu zurechnenden Staaten (Guatemala und Senegal) bei der ersten Abstimmung nicht anwesend. Ein weiterer Staat, Belize, der in der Vergangenheit mit Japan gestimmt hatte, unterstützte die erste Forderung Japans nicht, Dänemark hat sich enthalten. Gambia hat an der zweiten Abstimmung teilgenommen und für Japans Interessen gestimmt, jedoch konnte eine Mehrheit der Pro-Walfangstaaten bisher nicht erreicht werden.

Wer denkt, dass Walschutzstaaten sich der einfachen Stimmenmehrheit sicher sind, erkennt die Fakten nicht. Trotz der beiden wichtigen Abstimmungserfolge am ersten Tag der IWC-Tagung haben die Pro-Walfangstaaten die Mehrheit der Mitgliedsstaaten auf ihrer Seite, doch sind einige noch nicht stimmberechtigt. Auch kann das Verhältnis jederzeit kippen, da man z.B. befürchten muss, dass Dänemark sich vielfach auf Seiten der Walfänger schlagen wird warnt Nicolas Entrup von der WDCS vor verfrühtem Optimismus.

Dies ist eine Pressemitteilung der Whale and Dolphin Conservation Society.

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