Archiv der Kategorie ‘Walforschung‘

Schutz der Flussdelphine in Bangladesch

Wittmund, 2. Februar 2010 (zgap)

Irawadidelphine und Ganges Flußdelphine zählen zu den gefährdeten Delphinarten. Das Bangladesh Cetacean Diversity Project erhebt wissenschaftliche Daten zu diesen und anderen Walen in und vor Bangladesch. Diese Arbeit ist von großer Bedeutung für den Schutz dieser Tiere in einer wirtschaftlich benachteiligten Region unserer Erde.
Von HELMUT DENZAU

Irawadidelphin, (Orcaella brevirostris), Photo: BCDP

Irawadidelphin, (Orcaella brevirostris), Photo: BCDP

Im Süden von Bangladesch liegt der größte zusammenhängende Mangrovenwald der Erde im Mündungsgebiet von Ganges, Brahmaputra und Meghna. 6000 km2 des Sundarbans genannten Waldes liegen in Bangladesch, 4000 km2 im indischen Bundesstaat Bengalen. Hier leben zwei bedrohte Flussdelphinarten, der Gangesdelphin (Platanista gangetica gangetica), auch Shushuk genannt, und der Irawadidelphin (Orcaella brevirostris). (weiterlesen…)

Zwergwale doch keine “Kakerlaken der Meere”?

Wittmund, 18. Januar 2010 (OSU)

“Zwergwale sind die Kakerlaken der Meere”. Mit diesem markanten Ausspruch beschreiben die Walfang-Lobbyisten ihre Einschätzung von der ökologischen Rolle der Zwergwale. Ein wesentlicher Pfeiler der Argumentation für den antarktischen Walfang ist die Annahme, dass sich die antarktischen Zwergwale auf Kosten der Großwale stark vermehren konnten, die durch den industriellen Walfang des 20 Jahrhunderts fast vernichtet worden waren. Heute sollen die Zwergwale nach dieser Theorie die Zunahme anderer, noch immer bedrohter Großwalarten verhindern. Nun haben Genetiker nachgewiesen, dass die antarktischen Zwergwale sich gar nicht vermehrt haben.

Antarktische Zwergwale vor Eisbergen

Antarktische Zwergwale. © Franklin Cat

Die antarktischen Zwergwale (Balaenoptera bonaérensis) gehören zu den wenigen Bartenwalen, die während des industriellen Walfangs im 20. Jahrhundert nicht dezimiert wurden. Einige Wissenschaftler vertreten die These, dass die hohe Zahl der Zwergwale die Vermehrung der stark reduzierten Arten verhindern würde. Blau- Finn- oder Buckelwale hätten danach bei der Konkurrenz um das Krill-Vorkommen das Nachsehen.

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Wale – marine Wiederkäuer? Wal und Mensch am 20.1.

Wittmund, 14. Januar 2010 (wum)

Die Vorlesungsreihe Wal und Mensch findet dieses Jahr mit nur einem Vortrag statt. Der Tierarzt Dr. Markus Büker hat über den Verdauungstrakt der Wale promoviert und seine Dissertation als Buch veröffentlicht. Bei Wal und Mensch stellt er faszinierende Erkenntnisse über Ernährung und Verdauung bei Walen vor.

Wal und Mensch gibt es dieses Jahr nur in auf einen Vortrag reduzierter Form. Unsere Sponsoren haben nach vielen Jahren der Förderung ihre Unterstützung eingestellt und uns ist es bisher nicht gelungen, neue Unternehmen als Förderer zu gewinnen. Trotzdem freuen wir uns, mit Dr. Markus Büker einen Referenten präsentieren zu können, der interessante Fakten zu Ernährung und Verdauung bei Walen vorstellen wird.

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Pottwalstrandungen nach Sonnenaktivität

Wittmund, 25. Dezember 2009 (cetacea.de)
Pottwal 1998 auf Norderney gestrandet. © J. Herrmann

Pottwal 1998 auf Norderney gestrandet. © J. Herrmann

Zu Beginn des neuen Jahres bietet das ZDF bietet mit dem Umweltdrama “Geheimnis der Wale” einen Zweiteiler rund um die Wale. Am Sonntag den 3.1.2010 um 21:45 läuft im Anschluß an den ersten Teil ein „Abenteuer Wissen extra“ zum Thema Walstrandungen.

In der Sonderausgabe von “Abenteuer Wissen” fragt Moderator Karsten Schwanke: Was macht Wale orientierungslos? Neue Erkenntnisse dazu liefern Forschungsprojekte in Tasmanien, auf den Azoren und auch an der Nord- und Ostsee.

Klaus Ricklefs und Klaus Vanselow vom FTZ Westküste stellen Ihre Theorie zum Auftreten von Pottwalstrandungen in der Nordsee nach Sonnenaktivität vor. Die beiden Wissenschaftler untersuchen wie empfindlich der Orientierungssinn der Wale auf Störungen reagiert. Sie zeigen, dass die Strandung von Pottwalen in der Nordsee seit jeher schon durch Schwankungen im Magnetfeld der Erde ausgelöst werden konnte.

Das 45-minütige “Abenteuer Wissen extra” läuft als ergänzende wissenschaftliche Begleitung am 3. Januar 2010 direkt im Anschluss an den ersten Teil des zweiteiligen ZDF-Umweltdramas “Geheimnis der Wale” mit Veronika Ferres, Mario Adorf und Christopher Lambert in den Hauptrollen.

ZDF: Das Geheimnis der Wale – Die Dokumentation

Literatur:

VANSELOW, K. H. und K. RICKLEFS (2005):
Are solar activity and sperm whale Physeter macrocephalus strandings around the North Sea related?
Journal of Sea Research 53, S. 319-327

VANSELOW, K. H., K. RICKLEFS und F. COLIJN (2009):
Solar Driven Geomagnetic Anomalies and Sperm Whale (Physeter macrocephalus) Strandings Around the North Sea: An Analysis of Long Term Datasets.
The Open Marine Biology Journal 3, S. 89-94

Antarktis: Buckelwale retten Robben vor Schwertwalen

Wittmund, 29. November 2009 (Cetacea.de)

Die Walforscher Robert Pitman und John Durban staunten nicht schlecht, als sie Anfang des Jahres eine merkwürdige Rettungskampagne beobachten konnte. In der November Ausgabe des amerikanischen Natural History Magazine berichten sie wie Buckelwale Robben vor Schwertwalen retteten.

Antarktischer Buckelwal, © Chad Rosenthal

Antarktischer Buckelwal, © Chad Rosenthal

Vergangenen Januar segelten Bob Pitman und John Durban (beide Protected Resources Division des NOAA Fisheries Service, Southwest Fisheries Science Center, La Jolla, California) in die Antarktis, um dort Schwertwale mit Sendern auszurüsten und zu beobachten. Sie wollten Details über die Jagdtechnik einer bestimmten Gruppe von Schwertwalen herauszufinden. Diese schwemmen durch besondere aufeinander abgestimmte Schwimmtechniken Robben von Eisschollen, um sich diese dann einzuverleiben.

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Auch in Kalifornien: Große Tümmler attackieren Schweinswale

Wittmund, 21. November 2009 (cetacea.de)

Die Walforscher auf der ECS Tagung waren erstaunt, als der Pathologe Harry Ross 1993 vor Ihnen den Krimi um tot in Schottland angespülte Schweinswale vortrug. Nun gibt es neue Beweise aus Kalifornien. Wissenschaftler haben gefilmt wie Große Tümmler einen Schweinswal  angriffen und töteten. (weiterlesen…)

Wale über den Donauwellen

Essen, 28. August 2009 (cetacea.de)

Im Schlossmuseum von Linz an der Donau (Österreich) eröffnet am Sonntag, 30. August, eine neue Dauerausstellung u.a. mit Walfossilien. „Natur Oberösterreich“ heißt das Projekt, das neben heutigen Tieren und Pflanzen auch die Lebewelt der erdgeschichtlichen Vergangenheit vorstellt. Von Linz stammen Walfossilien aus dem Zeitalter des Oligozän vor ca. 25 Millionen Jahren.

Cetacea.de zeichnet die Erforschungsgeschichte der Linzer Wale in einem neuen Artikel von Johannes Albers nach, der mit dem Kurator in Linz kooperiert hat. Der Artikel enthält auch nähere Hinweise zu dem Schlossmuseum:
http://www.cetacea.de/palaeocetologie/linzer_wale

Grauwale in Mexiko

Wittmund, 1. Juni 2009 (cetacea.de)

Der Bestand der Grauwale im östlichen Nordpazifik gilt derzeit als nicht gefährdet. Trotzdem sind viele potentielle Bedrohungen etwa durch Klimawandel oder Industrieanlagen ausgemacht. Nur mit besserem Wissen um die Biologie der Grauwale kann der Bestand erhalten werden. Der Meeresbiologe Dr. Stefan Ludwig hat Tauchverhalten, Wanderungen und Habitatnutzung von Grauwalen untersucht und Anfang 2006 bei Wal und Mensch darüber berichtet. Die Vortragzusammenfassung können Sie ab heute nachlesen.

Grauwale sind die urtümlichen Wale, die jedes Jahr gewaltige Wanderungen zwischen nördlichen Freßgründen und äquatorialen Fortpflanzungsgebieten zurücklegen. (weiterlesen…)

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