Archiv der Kategorie ‘Walschutz‘

Zwergwale doch keine “Kakerlaken der Meere”?

Wittmund, 18. Januar 2010 (OSU)

“Zwergwale sind die Kakerlaken der Meere”. Mit diesem markanten Ausspruch beschreiben die Walfang-Lobbyisten ihre Einschätzung von der ökologischen Rolle der Zwergwale. Ein wesentlicher Pfeiler der Argumentation für den antarktischen Walfang ist die Annahme, dass sich die antarktischen Zwergwale auf Kosten der Großwale stark vermehren konnten, die durch den industriellen Walfang des 20 Jahrhunderts fast vernichtet worden waren. Heute sollen die Zwergwale nach dieser Theorie die Zunahme anderer, noch immer bedrohter Großwalarten verhindern. Nun haben Genetiker nachgewiesen, dass die antarktischen Zwergwale sich gar nicht vermehrt haben.

Antarktische Zwergwale vor Eisbergen

Antarktische Zwergwale. © Franklin Cat

Die antarktischen Zwergwale (Balaenoptera bonaérensis) gehören zu den wenigen Bartenwalen, die während des industriellen Walfangs im 20. Jahrhundert nicht dezimiert wurden. Einige Wissenschaftler vertreten die These, dass die hohe Zahl der Zwergwale die Vermehrung der stark reduzierten Arten verhindern würde. Blau- Finn- oder Buckelwale hätten danach bei der Konkurrenz um das Krill-Vorkommen das Nachsehen.

(weiterlesen…)

ASCOBANS: Ergebnisse aus Bonn

Essen, 18. September 2009 (WDCS; Cetacea.de)

Die WDCS (Whale and Dolphin Conservation Society) berichtet, dass die Vertragsstaatenkonferenz von ASCOBANS (Abkommen zum Erhalt der Kleinwale in Nord- und Ostsee) am 16. – 18. September in Bonn folgende Ergebnisse erreichte: (weiterlesen…)

ASCOBANS: Wal-Tagung in Bonn

Essen, 15. September 2009 (Cetacea.de; Ascobans)

In Bonn läuft von Mittwoch, 16. September bis Freitag, 18. September das 6. Vertragsstaatentreffen von ASCOBANS, dem Abkommen über den Erhalt der Kleinwale in Ost- und Nordsee, Irischer See und Nordost-Atlantik.

Zur Verhandlung stehen wichtige Punkte, darunter:

  • eine überarbeitete Version des „Jastarnia-Plans“ zur Erholung der Ostsee-Schweinswale;
  • ein Plan zum Schutz der Schweinswale in der Nordsee;
  • von Menschen erzeugter Unterwasser-Lärm, etwa beim Bau von Offshore-Windparks;
  • Richtlinien für die Einrichtung von Meeresschutzgebieten für Cetaceen;
  • Forschungsergebnisse über Populationsstrukturen von Kleinwalen;
  • eine mögliche Ausweitung des Abkommens auch auf Großwale. (weiterlesen…)

61. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Funchal, Madeira (Portugal) 22. – 25. Juni 2009

Essen, 26. Juni 2009 (cetacea.de)

Trotz massiven Drucks konnte die Walfanglobby keine zusätzlichen Fanggenehmigungen bei der IWC durchsetzen. Doch wichtige Entschlüsse wurden nicht gefasst, sondern verschoben. Angesichts einer Häufung von IWC-Sondertreffen verliert die Jahrestagung zunehmend ihre Rolle als zentrales Forum der Entscheidungsfindung, und wird zu einem Glied in einer kostspieligen und zeitraubenden Kette von Konferenzen, die den Fortschritt des Walschutzes eher untergräbt als fördert.
Von JOHANNES ALBERS

Japans Walfang
WalfangSeit zwei Jahren suchte der IWC-Vorsitzende Hogarth (USA, noch aus der Bush-Administration) nach Kompromisslösungen in dem festgefahrenen Tauziehen zwischen Walfang- und Walschutzländern. Im Zuge eines IWC-Sondertreffens (9. – 11. März 2009 in Rom) hatte er einen Plan für Japans Walfang vorgelegt: IWC-Erlaubnis für japanische Jagd in einer neu einzurichtenden Kategorie „Küstenfang”. Dafür erhebliche Reduktion des „wissenschaftlichen” Walfangs durch Japan. Doch zu solch einer Reduktion war Japan nicht bereit. (weiterlesen…)

Nicht mal halb so alt wie ein Grönlandwal

Essen, 18. Juni 2009 (cetacea.de)

Die berühmte amerikanische Autorin von Kinder- und Jugendbüchern mit Naturthemen, Jean Craighead George, wird am 2. Juli 2009 neunzig Jahre alt. Cetacea.de gratuliert mit einer Buchbesprechung.

Über hundert Bücher hat Jean Craighead George verfasst. Ihr berühmtestes ist “Julie von den Wölfen”, im Original von 1972 (dtv junior 7351). Würde man die tierischen Titelhelden ihrer Geschichten zusammenführen, hätte man einen stattlichen Zoo zusammen. Bedenkt man die Naturliebe der Schriftstellerin wär’s aber eher ein riesiges Naturschutzgebiet geworden.

Aus einer Familie von Naturkundlern stammend war für Jean Craighead George der Lebensweg fast vorgezeichnet. Statt sich aber selbst der Forschung zu widmen, verschrieb sie sich im besten Sinne des Wortes der Mensch-Tier und -Natur-Beziehung in der Literatur.

Anlässlich des Geburtstages der Autorin soll ein Buch gewürdigt werden, das ebenso wie “Julie von den Wölfen” bei den Ureinwohnern Alaskas spielt:
“Der Ruf des weißen Wals” befasst sich mit der Jagd der Inupiat-Eskimos auf Grönlandwale. Die Anregung zu diesem Buch erhielt die Autorin durch Besuche bei ihrem Sohn John Craighead George, einem bekannten Erforscher der Grönlandwale in Barrow, an Alaskas Nordküste.

Lesen Sie die Buchbesprechung von Johannes Albers: “Der Ruf des weißen Wals

Grauwale in Mexiko

Wittmund, 1. Juni 2009 (cetacea.de)

Der Bestand der Grauwale im östlichen Nordpazifik gilt derzeit als nicht gefährdet. Trotzdem sind viele potentielle Bedrohungen etwa durch Klimawandel oder Industrieanlagen ausgemacht. Nur mit besserem Wissen um die Biologie der Grauwale kann der Bestand erhalten werden. Der Meeresbiologe Dr. Stefan Ludwig hat Tauchverhalten, Wanderungen und Habitatnutzung von Grauwalen untersucht und Anfang 2006 bei Wal und Mensch darüber berichtet. Die Vortragzusammenfassung können Sie ab heute nachlesen.

Grauwale sind die urtümlichen Wale, die jedes Jahr gewaltige Wanderungen zwischen nördlichen Freßgründen und äquatorialen Fortpflanzungsgebieten zurücklegen. (weiterlesen…)

Tagestour zu den Seehunden und Walen in Ostfriesland

Wittmund, 25. Mai 2009 (cetacea.de)

Am 20. Juni bietet Cetacea.de eine Tagesausflug zum Kennenlernen unserer heimischen Meeressäuger an.

Karte Ostfriesland und Meeressäuger

Der Tag beginnt mit einer Kutterfahrt zu den Seehundsbänken vor Langeoog. Danach besuchen wir das Spiekerooger Umweltzentrum Wittbülten, wo eine Führung am Pottwalskelett stattfindet.

(weiterlesen…)

Unterwasserhupe zum Schutz der Meeressäuger

Boca Raton, 20. Mai 2009 (pte)

Zu viele tödliche Kollisionen von Tieren mit Schiffen

Mit einem akustischen Warnsignal wollen Forscher der Florida Atlantic University Meeressäuger wie etwa Seekühe oder Wale vor Kollisionen mit Schiffen warnen. Einige der Tiere wie etwa der stark gefährdete Atlantische Nordkaper, ein Glattwal, kollidieren sehr häufig mit Schiffen. Experten gehen davon aus, dass mindestens ein Drittel der in den vergangenen Jahrzehnten getöteten Glattwale, Opfer von Zusammenstößen mit Schiffen wurden. Da die Tiere herannahende Schiffe viel zu spät hören, soll nun moderne Technologie nachhelfen. (weiterlesen…)

Lesen Sie zurückliegende Nachrichten in unserem Archiv


Bitte melden Sie Walsichtungen und Strandfunde