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Chinesischer Flußdelphin Baiji – Erklärung der ECS

Wittmund, 18. Januar 2008 (ECS)

ECS statement BaijiDie Europäische Gesellschaft für die Erforschung der Wale (European Cetacean Society, ECS) hat letztes Jahr auf Ihrer Tagung in San Sebastian eine Erklärung zum Aussterben des Chinesischen Flussdelphins Baiji verabschiedet. Diese ist seit heute auf dem Server der ECS zu finden.

Wir geben hier den Inhalt des Statements in nicht offizieller Übersetzung wieder: (weiterlesen…)

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Baiji – Beim Aussterben zuschauen

Berlin, 5. Dezember 2006 (taz)

China bezahlt sein rasantes Wirtschaftswachstum mit dem Aussterben von Arten. Suche nach dem weißen Delfin im verschmutzten Jangtse-Fluss blieb ohne Erfolg.

Baiji QiQi, © Frank Bretz

QiQi, ein Baiji der nach Jahren in Gefangenschaft im Jahr 2002 gestorben ist. Bild: Frank Bretz

Nach 1.750 Kilometern Sichtungsfahrt auf dem Jangtse kann keiner der 30 beteiligten Experten seinen Frust verhehlen. Trotz intensiver Vorbereitung und großem technischem Aufwand sichteten die Spezialisten keinen der knapp über zwei Meter langen Flussdelfine. Die als Baiji bekannten weißen Delfine zählen zu den seltensten Säugetieren der Welt und waren nur im Jangtse zu finden.

In 26 Tagen sind zwei Forschungsschiffe von Wuhan bis nach Schanghai gefahren. Dabei haben knapp ein Dutzend Beobachter die Wasseroberfläche abgesucht. Mit Hydrophonen wurden die Flussgeräusche eingefangen. Immer in der Hoffnung, dass der akustische Filter Alarm schlägt, wenn in dem Lärm von Bootsmotoren und Industrieanlagen das spezielle Pfeifen eines Chinesischen Flussdelfins wahrnehmbar ist. Der Flussdelfin-Experte Wang Ding vom Institut für Hydrobiologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften setzt nun alle Hoffnungen in den zweiten Teil der Sichtungsfahrt: Wir hatten einige Tage mit sehr schlechtem Wetter, aber nun werden wir unsere Bemühungen verdoppeln, so Wang. An der technischen Raffinesse und Ausrüstung scheitert diese Fahrt jedenfalls nicht.

Anführer der Unternehmung ist der Schweizer August Pfluger. Ihm fiel es schwer, zu verstehen, dass sich weder eine der großen Naturschutzorganisation noch China selbst beherzt für eine Zukunft des Baijis eingesetzt hat. So hat er 2004 die Stiftung baiji.org gegründet und Sponsoren für dieses Projekt gewonnen.

Der Baiji ist ein Opfer der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung in China. Erst 1917 ist er nach seiner wissenschaftlichen Beschreibung der westlichen Welt bekannt geworden. Mitte der 1950er-Jahre, so schätzt der Baiji-Experte Zhou Kaya von der Nanjing Normal University, gab es noch etwa 5.000 Baijis. Mit zunehmender Flussfischerei starben immer mehr Baijis als Beifang. 1989 wurden nur noch 300 Tiere gezählt, und seitdem haben sich die Bedingungen stetig verschlechtert. Der zunehmende Lärm in einer der wirtschaftlich bedeutendsten Wasserstraßen der Welt setzt einem Tier zu, dass sich im trüben Fluss nur akustisch orientieren kann.

Stromveränderungen durch Dammbau und Eindeichungen vertrieben die Fische, von denen sich die Baijis ernährten. Im Jahre 2001 wurden nach Zhou 15 Milliarden Kubikmeter Abwasser, davon 80 Prozent ungeklärt, in den Jangtse geleitet. Im Jangtse hätte der Baiji keine Zukunft gehabt.

taz
Dieser Text erschien am 5.12.2006 in der taz, S. 8, 83 Z., Autor: JAN HERRMANN.

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Letzte Chance für Chinas Flussdelfine

London, 29. Juni 2006 (pte)

Zoologen entwickeln Plan für meist gefährdetes Säugetier der Welt

Baiji Qi Qi, © Frank Bretz

Baiji QiQi, © Frank Bretz

Nur noch 17 lebende Flussdelfine soll es im Jangtse geben, berichten Umweltforscher. Nun haben britische Wissenschaftler des Institute of Zoology in London von der Zoological Society of London (ZSL) einen Plan entwickelt, um das meist gefährdete Säugetier der Welt zu retten: In einem nahe des Flusses gelegenen See soll der Delfin überleben können. Dort soll auch genügend Nahrung für die Tiere vorhanden sein.

Die Ursachen für den starken Rückgang der Flussdelfine Baiji (Lipotes vexillifer) sind Umweltverschmutzung, Kollisionen mit Booten und Schiffen sowie die Überfischung ihrer Nahrungsreserven. Zudem gehen die Delfine immer wieder als Beifang in die Fischernetze und verenden dann qualvoll. Von der internationalen Naturschutzunion IUCN wurde der Baiji in den so genannten Roten Listen alsvom Aussterben bedroht eingestuft. Insgesamt beträgt die Zahl der heute lebenden Baiji nur noch ein Tausendstel der vor industriellen Zeit.

Im Vorjahr hatten sich Zoologen in San Diego getroffen, um Notfallspläne für den bedrohten Flußdelfin zu starten. Der Plan wurde nun vom britischen Forscher Samual Turvey der Öffentlichkeit präsentiert. Seit längerer Zeit gab es den Vorschlag, die Delfin-Population nur in einem überwachten abgeschlossenen Territorium zu züchten. Das ist die einzige Möglichkeit, dass diese Tierart überleben kann , so der Forscher. Der 21 Kilometer lange Tian-e-Zhou-See, der bis 1970 zum Jangtse gehörte, soll zum neuen Lebensraum des Delfins werden. Der See biete ideale Voraussetzungen, da dort bereits ein anderer Süßwasser-Säuger, nämlich der zu den Schweinwalen gehörende Neophocaena phoconoides lebt.Es gibt zwar am See einige Fischer, aber bei weitem nicht in jener Zahl wie am Fluss selbst , meint der Forscher. Ein weiteres Problem neben der Überfischung des Jangtse selbst, ist die Veränderung des natürlichen Flusslaufes durch Dämme. Der Drei-Schluchten-Damm ist nur noch ein weiterer Sargnagel. Die Population der Delfine war schon Jahrzehnte zuvor permanent fallend, so der Experte.

Innerhalb der kommenden drei Jahre sollen fünf der letzten verbliebenen Baiji aus dem Jangtse gefangen und mit Hubschraubern zum See gebracht werden. Derzeit suchen die Forscher noch nach Sponsoren für das Projekt, das zwischen 360.000 und 550.000 Dollar kosten wird.

Trotz des internationalen Walfang-Moratoriums gibt es weiterhin mehrere höchst gefährdete Arten mit weniger als 500 Tieren. Dazu zählen zum Beispiel der Atlantische Nordkaper, der Westpazifische Grauwal, der Chinesische und der Südasiatische Flussdelfin, sowie der Kalifornische Hafenschweinswal Vaquita. Beim 58. Jahrestreffen des IWC wurde kritisiert, dass effiziente Schutzmaßnahmen dagegen kaum unternommen werden. 300.000 Wale und Delfine werden jährlich durch Beifang und Schiffskollisionen getötet, so Nouak.

Dies ist eine Presseaussendung von pressetext.de / Wolfgang Weitlaner. Leicht adaptiert von Jan Herrmann.

Bei Cetacea.de finden Sie folgende Berichte zum Baiji:

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QiQi ist tot: Der letzte Baiji

Wuhan, 14. Juli 2002 (cetacea.de)

Der einzige in Gefangenschaft gehaltene Baiji ist gestorben

Der einzige in Gefangenschaft gehaltene Chinesische Flussdelphin QiQi ist gestorben. Dr. Zhang Xianfeng, ein Walexperte am Hydrobiologischen Institut in Wuhan vermutet, dass QiQi an Altersschwäche gestorben sei. Es werde aber noch eine genauere Untersuchung der Todesursachen durchgeführt.

Das Wissen um den Chinesischen Flussdelphin ist zu grossen Anteilen diesem Delphin-Männchen zu verdanken, dass 22,5 Jahre alleine in einem 300 qm grossen Becken gelebt hat. Am 11. Januar 1980 wurde QiQi von einem Fischer gefangen und am folgenden Tag in sein Becken gebracht. Zu diesem Zeitpunkt war er 1,47 m lang und wog 36,5 kg. Sein Alter wurde auf zwei Jahre geschätzt.

Der Chinesische Flussdelphin ist die am stärksten bedrohte Walart und der Bestand wird auf unter 50 Tiere geschätzt. Baijis sind seit Millionen von Jahren im Yangtze heimisch, Fischerei und Umweltverschmutzung haben diesen Delphinen aber so stark zugesetzt, dass eine Rettung dieser Art heute aussichtslos erscheint. Die Vollendung des mit deutscher Förderung erstellten Drei Schluchten Dammes wird den Tieren wahrscheinlich das Ende bereiten.

Seit 1997 wird jeden November eine aufwändige Sichtung auf 1900 km des Yangtze Flusses durchgeführt. In den letzten Jahren wurden trotz Einsatzes moderner Geräte aber nur 5-7 Tiere gesichtet.

Nun sollen in einem letzten verzweifelten Versuch alle noch im Yangtze vorkommenden Baijis gefangen und in einem abgesperrten Seitenarm des Yangtze gehalten und gepflegt werden. Dieses Schutzgebiet bei Shishou wurde 1992 etabliert. Erfolge bei der Vermehrung von Finnenlosen Schweinswalen in diesem Reservat, lassen die Vertreter der Akademie der Wissenschaften auf eine Rettung hoffen.

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