Archiv des Tags ‘Japan’
Braunschweig, 9. Januar 2012 (vTI)
Noch immer sind die Fronten in der Internationalen Walfangkommission verhärtet / Aktueller Artikel schildert Hintergründe

Karl-Hermann Kock: Wale unter Beschuss
Auch in diesem Jahr werden im Südpolarmeer wieder mehrere hundert Zwergwale gejagt und erbeutet werden. Japan reklamiert für sich eine Fangquote von bis zu 850 Tieren. Dazu könnten auch wieder einige Finnwale kommen. Deklariert als “wissenschaftlicher Fang”, nutzt das Land eine Art Ausnahmegenehmigung, die in dem 1982 international vereinbarten Moratorium zum Stopp des kommerziellen Walfangs vorgesehen war. Seit Jahren tobt in dem zuständigen Gremium, der Internationalen Walfangkommission (IWC), ein erbitterter Streit zwischen den Vertretern der Walfang befürwortenden Nationen wie Japan und den ablehnenden Ländern, zu denen auch Deutschland zählt.
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Tags: IWC, Japan, Walfang
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Essen, 15. Juli 2011 (cetacea.de)
Die IWC zählt 89 Mitgliedsstaaten. Zu Konferenzbeginn auf der britischen Kanalinsel Jersey hatten aber 21 Länder noch nicht ihren Beitrag gezahlt und deshalb kein Stimmrecht. Das ist vor allem eine Folge der japanischen Meereskatastrophe vom 11. März und ihrer nuklearen Auswirkung. Denn Japan hat kein Geld mehr übrig, um die IWC-Beiträge für arme Entwicklungsländer zu zahlen, die dafür zugunsten von Japans Walfanginteressen abstimmen müssen. Deshalb verschoben sich die Gewichte innerhalb der IWC dieses Jahr deutlich in Richtung Walschutz.
von JOHANNES ALBERS
Verbesserte Transparenz
Der größte Erfolg der Tagung auf Jersey ist die Annahme einer Vorlage zur Verbesserung der Transparenz in der IWC. Damit müssen Mitgliedsstaaten nun ihre Beitragszahlungen über ein offizielles Regierungskonto leisten. Es können nicht mehr vor Ort Briefumschläge mit Geldscheinen die Hände wechseln. Damit wird der Stimmenkauf, wie von Japan bekannt, künftig erschwert.
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Tags: IWC, Japan, Norwegen, Walfang
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Essen, 27. Juni 2010 (cetacea.de)
Das seit 1986 weltweit gültige IWC-Moratorium für kommerziellen Walfang bleibt weiterhin aufrecht, aber im Eingeborenen-Subsistenzwalfang erhält Grönland nun das Recht zur Jagd auf Buckelwale. Damit gibt es in Agadir einen wichtigen Sieg für die Walschützer und einen für die Walfänger.
von JOHANNES ALBERS

Buckelwal vor Grönland auf Tauchgang, © Ludovic Hirlimann
Verhandlung über den „Deal“
Die IWC konnte sich nicht auf einen zweifelhaften Kompromissvorschlag einigen, der die Gegensätze zwischen Walfang- und Walschutzländern überbrücken sollte. Dieser sogenannte „Deal“ hätte das bisherige Unterlaufen des Moratoriums durch Japan, Norwegen und Island für 10 Jahre in offizielle IWC-Quoten umgewandelt, und das Moratorium damit de facto aufgehoben. Nach Agadir will die IWC mit ihren 88 Mitgliedsstaaten nun eine Verschnaufpause einlegen und 2011 weiter verhandeln.
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Tags: Buckelwale, Grauwale, Grönland, Island, IWC, Japan, Norwegen, Südkorea, Walfang, Zwergwale
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Essen, 14. Juni 2010 (cetacea.de)
Vom 21. bis zum 25. Juni trifft sich die Internationale Walfangkommission (IWC) zu ihrer Jahrestagung in Agadir, Marokko. Im Zentrum des Interesses stehen zwei Themen, ein umfassendes und ein spezielles: Generell steht die Zukunft des Walfangmoratoriums von 1986 auf dem Spiel, das durch einen Kompromiss zwischen Walschutz- und Walfang-Bestrebungen ausgehebelt zu werden droht. Ein spezielles Thema ist der Antrag Dänemarks, die Jagd auf Buckelwale in Grönland zu erlauben. Sie soll im Rahmen des Eingeborenen-Subsistenzwalfangs stattfinden, der nicht dem Moratorium unterliegt.
von JOHANNES ALBERS
Kompromissvorschlag der IWC zum Walfangmoratorium

Eine „kleine Arbeitsgruppe“ der IWC hat den Kompromissvorschlag entwickelt, der in Agadir zur Entscheidung steht und von Naturschützern heftig kritisiert wird. Dieser „Deal“ soll für die nächsten 10 Jahre gelten und will die Fangaktivitäten unter die Kontrolle der IWC bringen, die bisher unter Umgehung des Moratoriums von den Walfangländern in Eigenregie betrieben werden: Japan nutzt eine Statutenklausel für „wissenschaftlichen“ Walfang aus, Norwegen und Island machen von einem Einspruchsrecht Gebrauch und gehen trotz Moratoriums ganz offen auf kommerzielle Waljagd.
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Tags: Dänemark, EU, Island, IWC, Japan, Norwegen, Walfang
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Wittmund, 18. Januar 2010 (OSU)
“Zwergwale sind die Kakerlaken der Meere”. Mit diesem markanten Ausspruch beschreiben die Walfang-Lobbyisten ihre Einschätzung von der ökologischen Rolle der Zwergwale. Ein wesentlicher Pfeiler der Argumentation für den antarktischen Walfang ist die Annahme, dass sich die antarktischen Zwergwale auf Kosten der Großwale stark vermehren konnten, die durch den industriellen Walfang des 20 Jahrhunderts fast vernichtet worden waren. Heute sollen die Zwergwale nach dieser Theorie die Zunahme anderer, noch immer bedrohter Großwalarten verhindern. Nun haben Genetiker nachgewiesen, dass die antarktischen Zwergwale sich gar nicht vermehrt haben.

Antarktische Zwergwale. © Franklin Cat
Die antarktischen Zwergwale (Balaenoptera bonaérensis) gehören zu den wenigen Bartenwalen, die während des industriellen Walfangs im 20. Jahrhundert nicht dezimiert wurden. Einige Wissenschaftler vertreten die These, dass die hohe Zahl der Zwergwale die Vermehrung der stark reduzierten Arten verhindern würde. Blau- Finn- oder Buckelwale hätten danach bei der Konkurrenz um das Krill-Vorkommen das Nachsehen.
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Tags: Antarktis, Bestandsschätzung, Genetik, Japan, Krill, Walfang, Zwergwale
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Hamburg/London, 12. Dezember 2009 (pte)
Trotz internationaler Proteste: Harte Zeiten für Meeressäuger
von WOLFGANG WEITLANER
Umweltschützer haben Norwegens Entscheidung, zukünftig noch mehr Wale zu töten, scharf kritisiert. Im kommenden Jahr dürfen norwegische Walfänger 1.286 Minke-Wale erlegen. Das sind um 400 Tiere mehr als in diesem Jahr. Diese Woche hat der japanische Außenminister Katsuya Okada in einem Interview mit dem australischen Fernsehsender ABC angekündigt, dass auch die neue Regierung der Inselnation am Walfang festhalten wolle.
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Tags: Australien, CITES, IFAW, Japan, Norwegen, Walfang, WDCS
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Essen, 26. Juni 2009 (cetacea.de)
Trotz massiven Drucks konnte die Walfanglobby keine zusätzlichen Fanggenehmigungen bei der IWC durchsetzen. Doch wichtige Entschlüsse wurden nicht gefasst, sondern verschoben. Angesichts einer Häufung von IWC-Sondertreffen verliert die Jahrestagung zunehmend ihre Rolle als zentrales Forum der Entscheidungsfindung, und wird zu einem Glied in einer kostspieligen und zeitraubenden Kette von Konferenzen, die den Fortschritt des Walschutzes eher untergräbt als fördert.
Von JOHANNES ALBERS
Japans Walfang
Seit zwei Jahren suchte der IWC-Vorsitzende Hogarth (USA, noch aus der Bush-Administration) nach Kompromisslösungen in dem festgefahrenen Tauziehen zwischen Walfang- und Walschutzländern. Im Zuge eines IWC-Sondertreffens (9. – 11. März 2009 in Rom) hatte er einen Plan für Japans Walfang vorgelegt: IWC-Erlaubnis für japanische Jagd in einer neu einzurichtenden Kategorie „Küstenfang”. Dafür erhebliche Reduktion des „wissenschaftlichen” Walfangs durch Japan. Doch zu solch einer Reduktion war Japan nicht bereit. (weiterlesen…)
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Tags: Dänemark, Grönland, Island, IWC, Japan, Norwegen, Walfang
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Wittmund, 19. November 2008 (cetacea.de)
Japanische Walfänger auf dem Weg in die Antarktis. Australien verkündet Walforschungsprogramm. Grünes Licht für den Walfleischhandel.

Walfleischverkauf in Yamaguchi, Japan. © Timothy Takemoto
Ein gewaltiges Walforschungsprogramm hat der australische Umweltminister Peter Garrett angekündigt. Australien will rund drei Millionen Euro in die nicht letale Walforschung investieren. Dieses Programm dient auch als Signal an die japanischen Walfänger, denen vorgeworfen wird, dass ihr Forschungswalfang nur Deckmantel für eine kommerzielle Ausbeutung der Wale sei (AFP oder SPIEGEL). Zur gleichen Zeit hat die Walfangflotte um das Mutterschiff Nisshin Maru den Heimathafen Richtung Antarktis verlassen, um dort 850 Zwergwale und 50 Finnwale zu jagen (Planet Ark). (weiterlesen…)
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Tags: Australien, Greenpeace, Japan, Sea Shepherd, Walfang, Walforschung
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