Archiv des Tags ‘Zwergwale’

62. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Agadir (Marokko), 21. – 25. Juni 2010: Schwerpunkte und Ergebnisse

Essen, 27. Juni 2010 (cetacea.de)

Das seit 1986 weltweit gültige IWC-Moratorium für kommerziellen Walfang bleibt weiterhin aufrecht, aber im Eingeborenen-Subsistenzwalfang erhält Grönland nun das Recht zur Jagd auf Buckelwale. Damit gibt es in Agadir einen wichtigen Sieg für die Walschützer und einen für die Walfänger.

von JOHANNES ALBERS

Abtauchender Buckelwal vor Grönland

Buckelwal vor Grönland auf Tauchgang, © Ludovic Hirlimann

Verhandlung über den „Deal“

Die IWC konnte sich nicht auf einen zweifelhaften Kompromissvorschlag einigen, der die Gegensätze zwischen Walfang- und Walschutzländern überbrücken sollte. Dieser sogenannte „Deal“ hätte das bisherige Unterlaufen des Moratoriums durch Japan, Norwegen und Island für 10 Jahre in offizielle IWC-Quoten umgewandelt, und das Moratorium damit de facto aufgehoben. Nach Agadir will die IWC mit ihren 88 Mitgliedsstaaten nun eine Verschnaufpause einlegen und 2011 weiter verhandeln.

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Schweineversuche auch in der Walfangforschung

Wittmund, 26. Januar 2010 (cetacea.de)

Letale Tierversuche an Schweinen stehen zur Zeit in der Kritik. Auch für die Walfangforschung starben Schweine in Sprengversuchen. Norwegische Wissenschaftler testeten zur Jahrtausendwende die Wirkung von Sprengharpunendetonationen an Schweinen.

Schwein im Schweine-Paradies lässt sich streicheln, © J. Herrmann

Ein Schwein im Schweine-Paradies

Zur Zeit jagen Nachrichten von Versuchen an Schweinen durch die Medien und lösen Empörung aus. Österreichische Forscher wollten an 29 anästhesierten Schweinen Studien über die Folgen von Lawinenverschüttung anstellen. Britische Forscher haben an achtzehn betäubten Schweinen die Auswirkungen von Terrorattentaten studiert. Neunzehn der österreichischen Schweine sind nach Protesten ihrem Schicksal noch entronnen, die britischen Schweine im Experiment gestorben.

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Zwergwale doch keine “Kakerlaken der Meere”?

Wittmund, 18. Januar 2010 (OSU)

“Zwergwale sind die Kakerlaken der Meere”. Mit diesem markanten Ausspruch beschreiben die Walfang-Lobbyisten ihre Einschätzung von der ökologischen Rolle der Zwergwale. Ein wesentlicher Pfeiler der Argumentation für den antarktischen Walfang ist die Annahme, dass sich die antarktischen Zwergwale auf Kosten der Großwale stark vermehren konnten, die durch den industriellen Walfang des 20 Jahrhunderts fast vernichtet worden waren. Heute sollen die Zwergwale nach dieser Theorie die Zunahme anderer, noch immer bedrohter Großwalarten verhindern. Nun haben Genetiker nachgewiesen, dass die antarktischen Zwergwale sich gar nicht vermehrt haben.

Antarktische Zwergwale vor Eisbergen

Antarktische Zwergwale. © Franklin Cat

Die antarktischen Zwergwale (Balaenoptera bonaérensis) gehören zu den wenigen Bartenwalen, die während des industriellen Walfangs im 20. Jahrhundert nicht dezimiert wurden. Einige Wissenschaftler vertreten die These, dass die hohe Zahl der Zwergwale die Vermehrung der stark reduzierten Arten verhindern würde. Blau- Finn- oder Buckelwale hätten danach bei der Konkurrenz um das Krill-Vorkommen das Nachsehen.

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Den Walen wird´s zu heiß

Frankfurt, 19. Juni 2008 (wwf)

Zum Auftakt der 60. IWC in Santiago de Chile (23.-27. Mai) präsentiert der WWF eine Studie und zeigt wie der Klimawandel viele Meeressäuger auf der Südhalbkugel bedroht.

WWF Vor Beginn der 60. Tagung der Internationalen Walfangkommission IWC vom 23. bis 27. Juni in Santiago de Chile schlägt der WWF in einer neuen Studie Alarm: Der fortschreitende Klimawandel gefährdet viele ohnehin bereits bedrohte Walarten zusätzlich. Besonders betroffen sind wandernde Walarten der südlichen Erdhalbkugel, die in Kaltwasserregionen ihre wichtigsten Nahrungsquellen haben. „Die Wale in den südlichen Ozeanen trifft der Klimawandel genauso stark wie die Eisbären am Nordpol“, sagt WWF-Walexperte Volker Homes. „In 35 Jahren wird ihr Lebensraum um bis zu ein Drittel geschrumpft sein, und sie werden für weniger Futter immer weitere Strecken auf sich nehmen müssen.“ Selbst wenn alle anderen Bedrohungsfaktoren gestoppt würden, werde ein ungebremster Klimawandel viele Wale das Leben kosten. (weiterlesen…)

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Island gefährdet Tourismus durch Waljagd

München, 20. Mai 2008 (wdcs)

Islands Fischereiminister, Einar K. Gudfinnsson, erteilte gestern die Erlaubnis zum Abschlachten von 40 Nördlichen Zwergwalen für kommerzielle Zwecke. Die isländische Walfanglobby gab daraufhin bekannt, sofort mit der Jagd zu beginnen. Diese Entscheidung steht im deutlichen Widerspruch zu der letztjährigen Ankündigung Gudfinnssons, aus wirtschaftlichen Gründen keine weiteren Genehmigungen für kommerzielle Fangquoten zu erteilen.

WalfangDer Entscheidung waren heftige Diskussionen innerhalb Islands zwischen Befürwortern der “old” und “new” Economy vorausgegangen. Während die alteingesessenen Walfangbefürworter die Meeressäuger als Bedrohung der kommerziellen Fischbestände sehen, treten Tourismusvertreter vehement für einen umfassenden Walschutz ein, da die Walbeobachtung längst zu einer zentralen Stütze des isländischen Tourismus geworden ist. Unerwartet kam dann auch die klare Distanzierung von dem Beschluss durch Islands Außenministerin Ingibjorg Solrun Gisladottir, die gegenüber der Presse davor warnte, langfristige Interessen einem kurzfristigen Profitstreben zu opfern. (weiterlesen…)

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