Die frühen Urwale Indopakistans
Ein Überblick über die wichtigsten Formen
und ihre Erforschung
von Johannes Albers (letzte Änderung: 25.07.2010 )
Kapitel 1
Palaeocetologie
Fossile Wale
bei Cetacea.de
Charles Darwin meinte: Ein Bär, der mit aufgesperrtem Maul schwimmt, um Insekten zu fangen, könnte ein einleuchtender Ausgangspunkt für die Entwicklung der Wale sein. Dafür erntete er den Spott seiner Zeit. Genauso großen Spott würde dieselbe Behauptung heute erzeugen. Aber unter völlig veränderten Vorzeichen.
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Das Originalskelett des Ambulocetus natans, mit Hammer zum Größenvergleich. Abgüsse dieses amphibischen Wals sind im Naturmuseum Senckenberg in Frankfurt am Main ausgestellt. |
Einführung: Die Entstehung der Wale
Anhand fossiler Belege lässt sich die Entstehung der Wale heute bis in die Zeit vor etwa 53,5 Millionen Jahren (frühes Eozän) zurückverfolgen. In Nordindien und Pakistan macht man seit den 70er Jahren bedeutsame Funde, an denen man die Entwicklung Schritt für Schritt beobachten kann. Sie vollzog sich zu der Zeit, als der Kontinent Indien gerade, aus südlicher Richtung durch das Tethysmeer kommend, auf Asien gestoßen war.(1) Dabei bildeten sich zwischen beiden Landmassen zunächst flache Rand- und abgeschlossene Restbecken der Tethys. Das ist bei einem warmen Klima die Welt, in der vierbeinige Landsäuger zu Walen wurden. Der Zusammenprall der Kontinente führte schließlich zur Erhebung des Himalayagebirges.
Genauso aufregend wie die Evolution selbst ist ihre Erforschung. Das zeigte sich im September 2001, als die beiden bedeutendsten Urwalforscher der Gegenwart zeitgleich neue, spektakuläre Funde aus Pakistan vorstellten: Der gebürtige Niederländer Johannes Thewissen und der Amerikaner Philip Gingerich publizierten mit ihren Arbeitsgruppen in den führenden Wissenschaftsmagazinen Nature(2) und Science(3). Beide Forschungsarbeiten legen ihre Gewichte in dieselbe Waagschale einer kontrovers diskutierten Frage: Von welchen Tieren stammen die Wale ab?
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© 1996-2012 Cetacea.de | J. Herrmann - http://www.cetacea.de - Dienstag, 07. Februar 2012
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