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Wal-Sichtungen

Die Grundlage für einen erfolgreichen Walschutz in heimischen Gewässern ist das Wissen um das Vorkommen der Tiere. Es ist nicht einfach und sehr aufwändig Wale in einem Gewässer zu zählen. Sorgfältig geplante und mit viel Personalaufwand durchgeführte Zählungen können dann auch nur selten durchgeführt werden. Eine große Hilfe sind daher Sichtungsdaten und Meldungen von Strandfunden durch Touristen, Bootsleute und Küstenbewohner. Bitte melden Sie einen Wal, den Sie beim Segeltörn auf der Ostsee beobachten konnten oder den Sie beim Spaziergang am Strand gefunden haben.

Wo kann ich einen Wal melden?
Es gibt vier wesentliche Anlaufstellen für Walmeldungen:

Mecklenburg-Vorpommern:
Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund ist für die wissenschaftliche Erfassung der Meeressäugetiere verantwortlich.
Deutsches Meeresmuseum
Katharinenberg 14/20
18439 Stralsund
Dip.-Biol. Klaus Harder
Telefon: 03831 / 26 50 310 oder 0170-76 70 392
Zentrale: 03831 / 26 50 210, Fax 03831 / 26 50 209
Auf der Internetseite des Museums finden Sie auch einen Meldungsbogen, den Sie sich auf Ihre Schiffsreise mitnehmen können.

Niedersachsen:
Wie viele Schweinswale leben vor der niedersächsischen Küste? Um das herauszufinden, möchte die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven gezielt alle Lebendsichtungen dieser Meeressäuger vor unserer Küste auswerten. Berufs- und Sportskipper, Wassersportler und andere Naturbeobachter sind aufgerufen, sich an den Nachforschungen zu beteiligen.
Die Beobachtungen können in einfacher und einheitlicher Form in einem Erfassungsbogen (PDF, 189 KB) festgehalten werden. "Die wesentlichen Angaben sind Datum und Uhrzeit sowie Anzahl, Position und Schwimmrichtung der Tiere" erläutert Richard Czeck, bei der Nationalparkverwaltung zuständig für Meeressäuger.
Weitere Informationen unter Tel. 04421-911-0, per Fax unter 911-280 oder unter www.nationalpark-wattenmeer.niedersachsen.de.

Schleswig-Holstein:
Im Rahmen des Projektes Kleinwaltotfundmonitoring werden Erkrankungs- und Todesursachen bei den Kleinwalen und Veränderungen im Auftreten der Befunde über die Zeit dokumentiert.
Meldungen von angespülten Meeressäugern bitte an:
Forschungs- und Technologiezentrum Westküste (FTZ)
Hafentörn 1, D-25761 Büsum
Tel. +49 (0)4834-604-0, Fax. - 299

Ostsee:
Um Aufschluss über Verbreitung und Leben der Schweinswale zu bekommen, wendet sich die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere an Segler und andere Bootsfahrer. Sie bittet die Crews, Sichtungen von Schweinswalen mit Angaben über Datum, Windverhältnisse und Position möglichst mit GPS-Daten zu melden. Die Sichtungsdaten sind auch bei der Ausweisung von Meeresschutzgebieten eine große Hilfe. Weil die zentrale und östliche Ostsee wenig befahren werden, bittet die GSM Wassersportler, vor allem dort die Augen offen zu halten und Meldung zu machen.
Und noch etwas: Wo in Zukunft Schweinswale ein Refugium finden sollen, werden sich auch Segler weiterhin bei naturfreundlichem Verhalten unbeschwert bewegen können. Walschutz bedeutet nicht, dass das Meer zwangsläufig zum Beispiel für Wassersportler gesperrt wird.

Weser:
Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) hat im Mai 2006 zusammen mit den Unteren Naturschutzbehörden ein Schweinswal-Rettungsprojekt in der Weser ins Leben gerufen. Eine Datenerhebung zum Schweinswalvorkommen im Weser-Ästuar bis in die Unterweser bei Bremerhaven und Nordenham wurde gestartet.
Für die Datenerhebung bitten wir alle Delfinfreunde in Bremerhaven, Nordenham und entlang des Weser-Ästuars sowie die Fähr- und Bootsfahrer und Urlauber, die diese Region demnächst besuchen werden, die Augen offen zu halten und Schweinswalbeobachtungen zu melden. Einen Schweinswal-Sichtungsbogen sowie weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der GRD.
Ausführlichere Informationen zum Projekt können Sie bei Cetacea.de nachlesen.


Weiterführende Angaben zu Zählungen von Walen in europäischen Gewässern :


Das Titelbild ist dem Erfassungsbogen der Nationalparkverwaltung Wilhelmshaven entnommen.