Toter Finnwal am Hörnumer Strand angetrieben

von | | Hörnum | 2. Juni 2001

Nach Mitteilung der Schutzstation Wattenmeer wurde am Samstagmorgen den 2. Juni 2001 ein toter, 15 m langer, männlicher Finnwal am Strand von Hörnum auf Sylt angetrieben.

Finnwal vor Mexico. Bild: Gregory Smith (CC BY-SA 2.0)

Finnwale (Balaenoptera physalus) gehören zur Unterordnung der Bartenwale (Mysticeti) und hier zur Familie der Furchenwale (Balaenopteridae). Sie stellen nach dem Blauwal (Balaenoptera musculus) die zweitgrößte Walspezies dar und erreichen normalerweise Längen zwischen 18 und 21 m, in Extremfällen jedoch sogar bis zu 26 m, wobei die Weibchen den Männchen an Größe etwas überlegen sind.
Der weltweite Bestand an Finnwalen, die in allen Weltmeeren vorkommen, dürfte derzeit bei ca. 100.000 Tieren liegen. Finnwale ernähren sich hauptsächlich von Kleinkrebsen (Krill), wie sie in der Nordsee nicht anzutreffen sind. Es wird daher davon ausgegangen, dass es sich bei dem angetriebenen Finnwal um einen „Irrgast“ handelt.
Das Tier wurde bereits zerlegt und wird nun untersucht. Über die tatsächliche Todesursache liegen noch keine konkreten Meldungen vor. Der letzte Finnwal strandete auf Sylt am 7.2.1995 bei Wenningstedt. Damals ergaben Untersuchungen des Fettkörpers einen extrem erhöhten Schadstoffgehalt (Chlorparafine) des Tieres. Diese können das Immunsystem schädigen. (H-J Mägert)