Weekly Whale News

von | | | 4. Mai 2017

IUCN: Wale im Mittelmeer stärker gefährdet als bisher vermutet

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat heute eine neue Einstufung der Wal- und Delfinbestände im Mittelmeer bekannt gegeben: Zehn Subpopulationen gelten ab sofort als entweder „stark gefährdet“ oder „vom Aussterben bedroht“. Finnwale gelten demnach neuerdings aufgrund eines deutlichen Bestandsrückgangs als „stark gefährdet“. Diese Änderungen werden in die von der IUCN geführten Roten Liste aufgenommen, die die weltweit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten aufführt und kontinuierlich aktualisiert wird.

Jahrestagung 2021 über Wirbeltier-Paläontologie: Wale-relevante Beiträge

Die Gesellschaft für Wirbeltier-Paläontologie (Society of Vertebrate Paleontology, SVP) hielt am 1. bis 5. November 2021 ihre 81. Jahrestagung ab. Wie im Vorjahr, fand sie coronabedingt nur virtuell statt, also online. Aber wie immer, gab es zahlreiche Beiträge von Forschern aus unterschiedlichsten Ländern, die „Werkstattberichte“ über ihre Arbeit in Form von Vorträgen oder Postern vorlegten.

Wie sich Cuvier-Schnabelwale und Rundkopfdelfine ihre Beute aufteilen

Was macht der Wal in der Tiefe? Wo früher Wale erlegt wurden, um Mageninhalte zu studieren, wird heute mit raffinierter Kombination verschiedener Techniken Licht ins Dunkel der Tiefsee gebracht. Ein internationales Forscherteam hat sich mit dem Nahrungserwerb von Rundkopfdelfinen und Cuvier-Schnabelwalen vor den Azoren beschäftigt. Die Studie von Wissenschaftler*innen aus den Niederlanden und Deutschland unter Beteiligung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel ist jetzt in der Fachzeitschrift Science Advances erschienen.

Ostsee-Delfin hatte Lungenentzündung

Seit April 2020 hielt sich in der Eckernförder Bucht ein Gemeiner Delfin auf. Ende Januar 2021 wurde der Delfin tot am Meeresgrund gefunden und geborgen. Mitarbeiter*innen des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung haben das Weibchen seziert und präsentieren nun Erkenntnisse zum Gesundheitszustand. Das Tier starb an einer schweren Lungenentzündung. Es gibt keine Hinweise auf Fremdeinwirkung. Eine abgeklungene Rotlauf-Infektion zeigt, dass Menschen, die Nähe zum Delfin gesucht haben, in Gefahr waren.

Kegelrobben fressen Seehunde, Schweinswale – und ihre Artgenossen

Erst seit wenigen Jahren ist bekannt, dass sich Kegelrobben nicht, wie bisher angenommen, ausschließlich von Fisch und kleinen Meerestieren ernähren, sondern dass sie auch Jagd auf Seehunde (Phoca vitulina), Schweinswale (Phocoena phocoena) und andere Kegelrobben machen. Lesen Sie hier über die Erkenntnisse des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), das das Jagd- und Fressverhalten der Tiere über sechs Jahre untersuchte.

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