Weekly Whale News

von | | | 4. Mai 2017

Pottwalstrandungen 2016 – Viele Erkenntnisse, aber Rätsel bleiben

Zu Beginn des Jahres 2016 strandeten 30 Pottwale in der südlichen Nordsee. Es ist das größte bekannte Strandungsereignis dieser Art, das in der Region bisher registriert wurde. Internationale Forscher unterschiedlicher Fachrichtungen schlossen sich zusammen, um die möglichen Ursachen zu untersuchen. Es folgte die bisher umfangreichste Untersuchung einer solchen Pottwalstrandung. Im Fachmagazin PLoS ONE veröffentlichten die Forscher die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit.

Buckelwaljungtier „Lotta“ tot bei Graal-Müritz gefunden

Bei Graal-Müritz ist ein über acht Meter langes Buckelwalweibchen tot angespült worden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um die Buckelwalkuh Lotta, die im Mai vor Schweden und Finnland gesichtet wurde. Dieses Buckelwaljungtier war in Deutschland und Finnland insgesamt drei Mal in Fischernetze geraten und immer wieder befreit worden. Mit etwa acht Metern Körperlänge handelt es sich wahrscheinlich um ein etwa einjähriges Tier.

Fluke 33 mit Meereinhörnern

Die Fluke Nr. 33 bietet den Lesern auf 52 Seiten Beiträge und Nachrichten aus der Welt der Wale. Schwerpunkte der einzigen deutschen Zeitschrift über Wale sind die Meereinhörner und die Fortsetzung der Walfangdokumentation des Kapitän Thiesen. Weitere Themen sind Wal-Ausstellungen, Wale auf Briefmarken, Gregor Ulsamers „Borkumer auf Walfang“ sowie viele Nachrichten der letzten Monate.

Rekordkonzentration von Mikroplastik im arktischen Meereis

Forschende des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) haben im arktischen Meereis so viel Mikroplastik wie nie zuvor gefunden. Die meisten Partikel waren jedoch mikroskopisch klein. Die Eisproben aus fünf verschiedenen Regionen des Arktischen Ozeans enthielten zum Teil mehr als 12.000 Mikroplastik-Teilchen pro Liter Meereis. Die Plastik-Überreste waren zudem so charakteristisch im Eis verteilt, dass die Wissenschaftler ihre Spuren zurückverfolgen konnten. Diese reichen zum einen bis zum Müllstrudel im Pazifischen Ozean. Zum anderen verweist der hohe Anteil von Lack- und Nylonpartikeln auf den zunehmenden Schiffsverkehr und Fischfang im Arktischen Ozean.

Schutzbemühungen erfolgreich: Mehr Mekong-Delfine gezählt

Gute Nachrichten aus Kambodscha: Der Bestand der stark bedrohten Mekong-Delfine hat sich nach einem jahrzehntelangen Rückgang erstmals wieder erhöht. Wie ein Zensus des WWF und der kambodschanischen Regierung ergab, stieg ihre Zahl innerhalb von zwei Jahren von 80 auf 92 Individuen. Als Hauptgründe nennen die Umweltschützer den erfolgreichen Kampf gegen illegale Fischerei und die Entfernung von Stellnetzen mit einer Gesamtlänge von fast 360 Kilometern, in denen sich die Tiere verfangen und dann ertrinken.

Grauwale sind Furchenwale und andere Erkenntnisse der Genomsequenzierung

Wissenschaftler der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, der Goethe-Universität und der Universität Lund haben erstmals das komplette Erbgut des Blauwals sowie drei weiterer Furchenwalarten entziffert. Das Genom der Wale ermöglicht es, die Evolutionsgeschichte des größten Tieres der Welt und seiner Verwandten detailliert nachzuvollziehen. Überraschenderweise zeigt es, dass sich verschiedene Furchenwalarten im Lauf ihrer Geschichte miteinander gepaart haben.