Petition gegen Kunststoffmüll in der Fischerei

von | Rüm Hart Stiftung | Hamburg | 30. September 2022

Die Hamburger Rüm Hart – Stiftung hat eine Petition an den Niedersächsischen Landtag aufgelegt. Gefordert wird ein gesetzlich verankertes Verbot des Einsatzes von synthetischen Dolly Ropes im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Dolly Ropes heißt der Scheuerschutz, meist aus blauem oder rotem Polyethylen, der an Grundschleppnetzen angebracht wird, um das Netz zu schützen. Die gefährlichen Fadenreste findet man mittlerweile überall in der Nordseeumwelt.

Verstrickter Kunststoffmüll – Dolly Ropes am Nordseestrand. Bild: J. Herrmann

Die öffentliche Petition im Niedersächsischen Landtag lässt sich hier – unabhängig vom Wohnort – elektronisch mitzeichnen: https://www.navo.niedersachsen.de/navo2/portal/nipetition/0/publicviewpetition?id=82

Erklärung der Rüm Hart Stiftung:

Die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll ist eines der wichtigsten Umweltprobleme unserer Zeit. Nach Angabe des Umweltbundesamtes entstammen rund 1/3 der Plastikverschmutzung in der Nordsee aus der Fischerei. Neben Netzresten und Leinen besteht diese aus sog. Dolly Ropes. Diese meist blauen oder orangenen Kunststofffäden sind Teile des Scheuerschutzes von Grundschleppnetzen, welche u. a. in der Krabbenfischerei eingesetzt werden.

Bündel aus diesen Polyethylen-Strängen werden in das Netz eingeknotet oder mit Kabelbindern befestigt und sollen so verhindern, dass sich die Netze bei Bodenkontakt an Steinen oder Muscheln aufreißen. Dabei wird als unvermeidlich in Kauf genommen, dass diese Verschleißartikel abreißen und in hoher Zahl in die Meeresumwelt eingetragen werden bzw. bzw. am Strand angespült werden.Neben dem generellen Aspekt der Umweltverschmutzung und des zusätzlichen Mikroplastikeintrags bei Zersetzung (u. a. auch die noch nicht vollständig bekannten Auswirkungen auf den menschlichen Organismus) stellen die Plastikfasern insbesondere für Seevögel eine Gefahr dar, da diese sie wie Seegras und Tang als Nistmaterial verwenden.

In der Folge werden die dünnen Plastikfäden für die Vögel häufig zur tödlichen Falle, wie es regelmäßig in den Brutkolonien auf Helgoland beobachtet werden kann. Sie strangulieren sich mit den Plastikfäden oder verhungern, da sie sich in dem künstlichen Baumaterial ihres Nestes verfangen haben.

Synthetische Dolly Ropes werden auch in weiten Teilen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer eingesetzt, obwohl es mittlerweile Alternativen gibt (siehe u. a. Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage „Umweltauswirkungen von Geisternetzen“ / Drucksache 19/17761).

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