Meeresforschung in Nordeuropas Museen

Förderung: 420.000 Euro für ein Kooperationsprojekt über den Gesundheitszustand von Schweinswalen, Kegelrobben und Seehunden.

Einblick in die gewaltige Knochensammlung des Zoologischen Museums Kopenhagen © Jens Kriese / Irispix.de

Schweinswale (Phocoena phocoena), Seehunde (Phoca vitulina) und Kegelrobben (Halichoerus grypus) sind in der Nordsee und in geringerer Zahl auch in der Ostsee heimisch. Alle drei Arten sind zunehmend gefährdet. Zwar gehören sie zu den Spitzenräubern (Topprädatoren) im Ökosystem Meer – stehen also an der Spitze der Nahrungspyramide und haben in ihrem Lebensraum keine natürlichen Feinde, aber verschiedene Faktoren wie beispielsweise die Schadstoffbelastung, die Befischung der Meere, die globale Erwärmung und die zunehmende Nutzung des Ökosystems durch den Menschen, beispielsweise durch die Schifffahrt oder durch Offshore-Windkraftanlagen, können die Tiere beeinträchtigen. Diese Faktoren können ernste Folgen für die Gesundheit der Säugetiere haben.

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Universität Aarhus: Gastprofessur für Ursula Siebert

Professorin Ursula Siebert, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), erhält dänischen Ehrenprofessorentitel.

Professorin Dr. Ursula Siebert, Leiterin des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), erhält von der Universität Aarhus eine Ehrenprofessur. Die dänische Fakultät für Wissenschaft und Technik würdigt mit dem Titel Sieberts herausragende Forschungsleistungen. Professorin Siebert arbeitet bereits eng mit den Forschern der Universität Aarhus zusammen – diese Zusammenarbeit soll nun weiter intensiviert werden. So untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beispielsweise gemeinsam, welche Auswirkungen Unterwasserlärm auf Schweinswale in Nord- und Ostsee hat. Dafür erheben die deutschen und dänischen Wissenschaftler im Freiland Daten zur Hörfähigkeit und Hörempfindlichkeit der Meeressäuger. Wenn dänische Fischer versehentlich Schweinswale gefangen haben, benachrichtigen sie die Forscher. Die Wissenschaftler untersuchen dann wie gut diese Tiere hören können. Danach werden sie wieder frei gelassen. Die Ergebnisse sollen helfen, mehr über die Auswirkungen der Lärmbelastung auf die Meeressäugetiere zu erfahren. Weitere Projekte beschäftigen sich mit Bestandserhebung, Habitatnutzung, Bewertung des Gesundheitszustandes und Infektionskrankheiten bei marinen Säugetieren wie Kegelrobbe und Seehund insbesondere auch in der Arktis.

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Wichtiges Fortpflanzungsgebiet für bedrohte Ostsee-Schweinswale entdeckt

Rund 450 Schweinswale leben in der zentralen Ostsee. Um diese Zahl zu erhalten, werteten Wissenschaftler des internationalen SAMBAH-Projekts erstmals eine zwei Jahre dauernde Aufzeichnung der Echoortungslaute der Tiere aus. Dabei zeigte sich zudem in den Sommermonaten eine erstaunliche Konzentration von Schweinswalen in einem Gebiet, in dem das Vorkommen der Tiere bisher nicht bekannt war: Südlich der schwedischen Insel Gotland liegt offenbar ein wichtiges Fortpflanzungsgebiet der Ostsee-Schweinswale.

Schweinswal © Solvin Zankl
SAMBAH soll zum Schutz der Schweinswalpopulation in der Ostsee beitragen. Das Projekt begann im Januar 2010 und läuft bis September 2015. Alle EU Ostseeanrainerstaaten sind hieran beteiligt. SAMBAH wird durch das EU LIFE+ Programm und staatliche Förderung finanziert, in Deutschland durch das Bundesamt für Naturschutz.

Schweinswale nutzen ähnlich wie Fledermäuse die Echoortung zur Orientierung und Jagd. Wissenschaftler des SAMBAH-Projekts nahmen diese Laute zwei Jahre lang in der Ostsee auf und analysierten sie. Basierend auf diesen Daten schätzen die Forscher die Anzahl der Ostsee-Schweinswale auf 447 Tiere (95% Vertrauensbereich: 90-997).

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Schweinswale in der Disco. Wie beeinflusst Unterwasserlärm Schweinswale?

Haben Sie schon einmal versucht zu arbeiten, zu essen, zu entspannen oder zu schlafen, während im Zimmer nebenan die Handwerker fleißig hämmern, bohren und sägen? Wie lange können Sie das aushalten? Ein Tag, zwei Tage, eine Woche? In der Nord- und Ostsee befinden wir uns gerade im Zimmer neben Familie Schweinswal und sorgen noch für Jahre für eine entsprechende akustische Belastung. Dänische und deutsche Wissenschaftler untersuchen derzeit die Auswirkungen der Lärmverschmutzung auf Schweinswale in Nord- und Ostsee.

Ein Schweinswal während eines Gehörtests im Fjord&Bælt-Center im dänischen Kerteminde. Bild: FBC/ITAW

Wissenschaftler aus dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) untersuchen in enger Kooperation mit Wissenschaftlern der Universität Aarhus in Dänemark und der DW-ShipConsult GmbH in Schwentinental die Folgen der Lärmverschmutzung auf Schweinswale in der Nord- und Ostsee. „Die Lärmbelastung in unseren Gewässern nimmt zu. Für ein effektives Management zum Schutz der Wale benötigen wir dringend Kenntnisse über die Auswirkungen dieser Belastungen“, sagt ITAW-Institutsleiterin Professorin Dr. Ursula Siebert. Als Teil des mehrjährigen Forschungsprogrammes „Auswirkungen von Unterwasserschall auf marine Wirbeltiere“ finanziert das Bundesamt für Naturschutz umfangreiche Untersuchungen, um mehr über die Auswirkungen von Unterwasserlärm auf Meeressäugetiere zu erfahren.

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Konferenzbericht: Sekundäre Anpassung von Vierfüßern an das Wasserleben

„Sekundäre Anpassung von Vierfüßern an das Wasserleben“ (Secondary Adaptation of Tetrapods to Life in Water, kurz Sec Ad): Unter diesem Titel findet alle drei Jahre eine internationale Fachtagung statt. Im Juni 2014 lief sie in den USA. Die Kurzfassungen der Konferenzbeiträge liegen vor. Soweit sie Wale betreffen, wird darüber bei Cetacea.de berichtet. Bei Sec Ad … Weiterlesen

Walfossil von der Krim ist neue Gattung

Die Krim-Halbinsel am Schwarzen Meer rückt in den Blickpunkt auch der Walforscher: Bartenwal-Fossilien werden als neue Art und Gattung Brandtocetus chongulek beschrieben.
VON JOHANNES ALBERS

Die aktuelle Nummer des US-amerikanischen „Journal of Vertebrate Paleontology“ enthält eine Studie von Pawel Gol`din und Dmitry Startsew aus Simferopol (Krim), die bereits 2012 eingereicht worden war und nun im März publiziert wurde. Im Titel der Arbeit wird die Krim als Bestandteil der Ukraine vorgestellt. Der Artikel liefert die Beschreibung des neuen Urzeit-Wals und stützt sich auf drei Schädel mit Ohrknochen, die für die Bestimmung von Walarten besonders wertvoll sind. Einer der Schädel stammt von einem jungen Tier, so dass auch altersbedingte Variationen studiert werden können.

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Mit Schall-Detektoren den Ostsee-Schweinswalen auf der Spur

Forscher des Deutschen Meeresmuseums haben mit Hilfe von Unterwasser-Mikrofonen über zehn Jahre hinweg den Bestand der vom Aussterben bedrohten Schweinswale in der deutschen Ostsee ermittelt. Ihre Daten lassen darauf schließen, dass hier zwei Schweinswal-Untergruppen leben, die sich je nach Jahreszeit abwechselnd in der Pommerschen Bucht aufhalten und insgesamt kritische Bestandszahlen aufweisen. Im Hinblick darauf werden dringend konkrete Schutzmaßnahmen für die Tiere gefordert. Ihre Forschungsergebnisse haben die Wissenschaftler nun im Fachmagazin „Marine Ecology Progress Series“ veröffentlicht.

Ihr Schutz ist längst politisch beschlossen, der Umsetzung jedoch bescheinigen die Forscher ein deutliches „Mangelhaft“. Schweinswale sind die einzige Wal-Art in der deutschen Ostsee und ihr Bestand ist im vergangenen Jahrhundert bis nahe an die Ausrottung zurückgegangen. Sowohl notwendige Maßnahmen zum Schutz der Tiere als auch deren Anzahl und Verbreitung waren Inhalt dieser weltweit einmaligen Langzeitstudie des Deutschen Meeresmuseums und des Bundesamts für Naturschutz. Dafür wurden bereits im Jahr 2002 zwölf Unterwasser-Mikrofone (sog. PODs) in verschiedenen Gebieten der deutschen Ostsee ausgebracht. Diese zeichneten kontinuierlich die typischen Laute der Schweinswale auf, um die Anwesenheit der Tiere in den verschiedenen Regionen überwachen zu können.

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Vortrag: Wie geht es den Schweinswalen in der Nordsee und im Wattenmeer

Wie geht es den Schweinswalen in der Nordsee und im Wattenmeer Prof. Dr. Ursula Siebert, Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover Das Wattenmeer Besucherzentrum lädt Sie herzlich ein, am Dienstag, dem 12.02., um 19.30 Uhr mit Ursula Siebert das Weltnaturerbe Wattenmeer zu entdecken. Der Vortrag ist Teil der gemeinsamen Vortragsreihe vom … Weiterlesen

Pottwale „adoptieren“ Delfin mit Handicap

Im Azoren Archipel wurde ein Team von Verhaltensökologen vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) Zeuge einer ungewöhnlichen Beziehung zwischen einer Gruppe von Pottwalen und einem Großen Tümmler mit einer Rückenverkrümmung. Über mehrere Tage beobachteten die Forscher Alexander Wilson und Jens Krause, wie ein Großer Tümmler in einer Gruppe von Pottwalen mitschwamm. Der Delfin suchte … Weiterlesen

Ausstellung „Wale – Riesen der Meere“ ab 21.09. in Münster

Nach langer und aufwendiger Vorbereitung eröffnet das LWL-Museum Münster die Sonderausstellung „Wale – Riesen der Meere“. Es handelt sich nach eigenen Angaben um die größte Wal-Ausstellung Deutschlands.

Einstimmungssaal: Tauchen mit den Walen. Foto: LWL/Oblonczyk

Nachdem die große und im Braunschweiger Naturhistorischen Museum sehr erfolgreiche Walausstellung „Wunderbare Wale“ im März endgültig die Pforten geschlossen hatte, zieht das LWL Museum für Naturkunde die Walfreunde nun nach Münster. Ab dem 21. September zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Sonderausstellung „Wale – Riesen der Meere“. Mit der deutschlandweit größten Ausstellung und Themenvielfalt zu diesen Meeressäugern illustrieren rund 900 Exponate ihren Lebensraum, Evolution, Anatomie, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Walfang und Schutz.

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