Vortrag in Bremerhaven: „Wale und andere Meeressäuger im Südpolarmeer“

von Ralf Röchert | AWI | Bremerhaven | 30. August 2018

Wie klingt das Südpolarmeer? Kann man Wale im Dunkeln sehen? Wie funktioniert ein elektronisches Wal-Logbuch? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie von den AWI Biologinnen Elke Burkhardt und Dr. Ilse van Opzeeland aus der Arbeitsgruppe Ozeanische Akustik am Montag, 10. September 2018.

Lauschen Sie den Klängen von Walen, Robben und knirschenden Eisbergen und erfahren Sie an Hand von Originalaufnahmen aus der Antarktis, was uns Geräusche unter Wasser über das Leben in der Antarktis verraten können.

Südkaper beim Abtauchen
Fluke eines Südlichen Glattwals. Bild: AWI/T. Ronge (CC-BY 4.0)
Die Arbeitsgruppe Ozeanische Akustik beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der akustischen Ökologie von arktischen und insbesondere antarktischen Walen und Robben aber auch mit Meeresfischen, die durch akustische Signale mit Ihrer Umwelt in Wechselwirkung treten. Diese Forschungsrichtung hat in den letzten Jahren große Aufmerksamkeit auf sich gezogen und aufgrund der enormen technischen Fortschritte in diesem Bereich sowohl bei der Datenerfassung als auch bei der Datenauswertung zu wichtigen neuen Erkenntnissen über die Kommunikation und das Verhalten von Meeressäugern beigetragen. Um akustische Daten verstehen und bewerten zu können, ist es aber auch notwendig den Aufenthaltsort von Walen durch visuelle Sichtungen zu ergänzen, denn nicht alle Wale/Meeressäuger machen immer mit Lauten auf sich aufmerksam. Auch um diesen Bereich kümmert sich die Arbeitsgruppe Ozeanische Akustik seit mehr als zehn Jahren. Erhalten Sie einen Einblick wie diese Daten gesammelt und in der Forschung weiterverwendet werden und wie die Kombination aus traditionellen Sichtungsdaten und modernen Akustikdaten Informationen liefert, die wichtig sind für das generelle Verständnis der Lebensweise, die Bestandsgrößen bzw. der Erholung von Großwalen, die noch immer auf vielfältige Art und Weise bedroht sind.

Der Vortrag beginnt um 19:00 Uhr und findet statt im Wegener-Haus des Alfred-Wegener-Instituts, Am Alten Hafen 26 / Columbusstraße in Bremerhaven.

Die etwa einstündige Veranstaltung ist kostenfrei und der Besuch ist ohne Anmeldung möglich.

Vortragsreihe „AWI hautnah“ – die aktuellen Themen, Referenten und Orte für die Vorträge finden Sie im AWI-Veranstaltungskalender.

Das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der gemäßigten sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der 18 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Jüngere Arbeiten von und mit Ilse van Opzeeland

LEROY, E. C., K. THOMISCH, J.-Y. ROYER, O. BOEBEL und I. VAN OPZEELAND (2018):
On the reliability of acoustic annotations and automatic detections of Antarctic blue whale calls under different acoustic conditions.
The Journal of the Acoustical Society of America 144: 740-54.

MENZE, S., D. P. ZITTERBART, I. VAN OPZEELAND und O. BOEBEL (2017):
The influence of sea ice, wind speed and marine mammals on Southern Ocean ambient sound.
R. Soc. open sci. 4: 160370.

SCHALL, E. und I. VAN OPZEELAND (2017):
Calls Produced by Ecotype C Killer Whales (Orcinus orca) Off the Eskström Iceshelf, Antarctica.
Aquatic Mammals 43: 117-26.

THOMISCH, K., O. BOEBEL, C. W. CLARK, W. HAGEN, S. SPIESECKE, D. P. ZITTERBART und I. VAN OPZEELAND (2016):
Spatio-temporal patterns in acoustic presence and distribution of Antarctic blue whales Balaenoptera musculus intermedia in the Weddell Sea.
Endangered Species Research 30: 239-53.

VAN OPZEELAND, I. und O. BOEBEL (2018):
Marine soundscape planning: Seeking acoustic niches for anthropogenic sound.
Journal of Ecoacoustics 2: 5GSNT8.

Schreibe einen Kommentar